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30.03.2009

Bahnchef Mehdorn geht

Alle Achtung: Die Zahlen, die Hartmut Mehdorn am Montag präsentierte, können sich sehen lassen. An mangelndem wirtschaftlichen Erfolg ist der Mann, dem der „Bahnchef“ quasi zum Vornamen wurde, sicherlich nicht gescheitert. Auch über den Datenskandal hätte Mehdorn nicht stolpern müssen – hätte er sich weniger arrogant gezeigt.

Von Reue scheint Mehdorn indessen wenig zu halten. So verzichtete er lange auf eine Entschuldigung bei seiner ausgespähten Belegschaft. Und selbst als die Untersuchungskommission am Freitag habhafte Ergebnisse präsentierte, zeigte sich der Bahnchef uneinsichtig. Das Problem ist nur: Selbst wenn er, wie er behauptet, nichts gewusst haben sollte von den Daten-Überprüfungen – glauben tut ihm das inzwischen keiner mehr.

Die von Mehdorn demonstrierte Rücksichtslosigkeit gegenüber der Arbeitnehmerschaft kommt gar nicht gut an in diesen Zeiten der Krise – das weiß zuallererst die Politik, zumal wenn sie mitten im Bundestagswahlkampf steckt. Deshalb ist Mehdorn – nun endlich – untragbar geworden für so ziemlich alle Fraktionen im Bundestag. Auch der Umstand, dass mit der Wirtschaftskrise der geplante Börsengang erst mal in weite Ferne gerückt ist, dürfte dabei eine Rolle gespielt haben. Börsengang-Garant Mehdorn ist der Politik nicht mehr nützlich – da fällt die moralische Komponente umso heftiger ins Gewicht.