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29.09.2008

Bayern nach der Landtagswahl

Am Tag nach dem Desaster ist die Suche nach dem Schuldigen in vollem Gange: Wer oder was hat das Versagen der CSU zu verantworten und wie soll es weitergehen? Allen vorgeschobenen Gründen zum Trotz muss man nicht lange grübeln.

Das Wahlvolk spricht in den Umfragen eine deutliche Sprache: Weg mit Huber, weg mit Haderthauer, festhalten an Beckstein, zumal es keine echte Alternative zu ihm gibt. Über kurz oder lang – besser: über kurz – muss die Union dieser Empfehlung folgen. Alles andere hieße, den Wähler nicht ernst zu nehmen.

Auf einen Personalwechsel bei der CSU kann man sich allerdings nicht beschränken. Auch inhaltlich muss sich etwas tun, will die Union bei der herannahenden Bundestagswahl nicht weiter an Zustimmung verlieren. Die Bayern-Wahl zeigt ganz deutlich, wo der Hase im Pfeffer liegt – und zwar für beide Volksparteien: Wenn jeder in die Mitte will, fehlen klare Profile. Auch bedingt durch die große Koalition sind SPD und Union oft kaum mehr zu unterscheiden. Die Kanzlerin hat gestern angekündigt, die CDU werde künftig bürgernäher auftreten. Man könnte auch sagen: populistischer – das klingt nur nicht so schön. Ein Ersatz für Inhalte und Werte ist das jedoch nicht.