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12.03.2008

Bayern setzt Rauchverbot teilweise aus

Die CSU lässt den Rauch rein – zumindest vor der Landtagswahl. Aber nur beim Oktoberfest. Das sei ein großer demokratischer Akt. Die CSU habe Einsicht gezeigt. Man müsse in Sachen Rauchverbot ja schließlich „nicht mit dem Kopf durch die Wand“, erklärt Bayerns Ministerpräsident Günther Beckstein.

Populismus pur

Dass er und seine CSU-Spezln plötzlich so genau auf die Wünsche der Wähler eingehen wollen, liegt – wenngleich heftig dementiert – wohl vor allem an den Stimmenverlusten bei der Kommunalwahl. Dabei deutet nur wenig darauf hin, dass die Einbußen der CSU tatsächlich auf den strengen Kurs beim Nichtraucherschutz zurückzuführen sind. Aber Beckstein, der seit seinem Amtsantritt blass geblieben ist, wittert bei diesem Thema die Chance, politisch endlich punkten zu können.

Dabei ist das Manöver so durchschaubar, dass es geradezu lächerlich ist: Beim Oktoberfest ab 20. September darf geraucht werden, am 28. September sind Landtagswahlen und danach tritt das Nichtraucherschutzgesetz vollständig in Kraft. Und bis zur nächsten Wahl in fünf Jahren, so hofft die CSU, wird Gras über die Sache gewachsen sein.

Vielleicht gewinnt die CSU mit dieser Schonfrist für Raucher ein paar Wählerstimmen, vielleicht bekommt sie auch von den Nichtrauchern die Quittung für ihre Wankelmütigkeit. Egal wie: Verloren hat die CSU auf jeden Fall – und zwar ihre Glaubwürdigkeit.