nach oben
17.03.2008

Beck auf Deutschland-Tour

Nah bei den Menschen“: Man muss ganz schön weit weg von den Menschen sein, wenn man glaubt, dass so eine Kampagne eine gute Idee ist. Erstens entsteht der Eindruck, dass die SPD es nötig hat. Zweitens kann man sich Bürgernähe nur schwer vornehmen – entweder man hat sie, oder eben nicht. Und drittens merken die Wähler, wenn man sich anbiedern will. Das erhoffte Ergebnis kehrt sich dann ins Gegenteil um.

Der größte Widerspruch aber ist: Kurt Beck mag viele Probleme haben, aber mangelnde Bürgernähe gehört gewiss nicht dazu. Wenn die Menschen etwas an ihm mögen, dann seine bodenständige Art.
Dass er außerhalb der Pfalz dennoch so wenig beliebt ist, hängt mit seiner Politik zusammen. Wohin die SPD steuert, weiß in diesen Tagen kein Mensch – genau das werden die Leute aber von ihm wissen wollen, wenn er durchs Land tourt. Solange diese alles entscheidende Frage unbeantwortet bleibt, ist das Werben um die Wähler vergebliche Liebesmüh – die Kampagne wird wirkungslos verpuffen. Im besten Fall begreift Beck im Gespräch mit den Menschen, dass sie das Herumgeeiere zwischen Agenda-Politik und Linkskurs satt haben. Für diese Erkenntnis hätte allerdings ein Blick auf die Umfragen gereicht.