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26.04.2009

Betreibt Gesine Schwan Panikmache?

Wenn Gesine Schwan überhaupt eine Chance hat die Bundespräsidentenwahl zu gewinnen, dann mit den Stimmen der Linken. Es ist also ein logischer Schachzug von ihr, einen Monat vor der Bundespräsidentenwahl mit einem ur-linken Thema zu punkten: der sozialen Ungerechtigkeit. Diese nimmt angesichts der Krise zu: Wenn auch die Superreichen hier und da Federn lassen müssen – die von der Krise wirklich hart Getroffenen kommen in der Regel nicht aus der Oberschicht.

Dass Schwan das anspricht, kann schon deshalb nicht als bloße Panikmache abgetan werden, weil es ja stimmt: Die Krise ist dabei, das Land zu verändern. Gerade die Menschen im wohlhabenden Südwesten spüren das. Auf einmal werden viele Arbeitsplätze unsicher. Und zwar die der kleinen Arbeiter und Angestellten. Gleichzeitig spielen Krisenprofiteure weiter ihre Börsenspielchen und die geschassten Manager kassieren dicke Abfindungen. Da kann man schon ins Grübeln kommen.
Eins ist klar: Dass Daimler-Arbeiter demnächst auf die Barrikaden gehen und ihre Chefs als Geiseln nehmen, kann man sich – Gott sei Dank – nicht vorstellen. Aber ein bisschen Aufmucken darf offenbar schon sein: Laut einer Emnid-Umfrage rechnet über die Hälfte der Deutschen mit sozialen Unruhen. Kriminelle Auswüchse wurden dabei nicht genannt: Dafür würde sich ein Drittel an Demonstrationen beteiligen, 80 Prozent äußern immerhin Verständnis dafür. Sofern diese Proteste friedlich verlaufen, wäre das gar nicht schlecht: Manchem Politiker in Berlin würde es offenbar nicht schaden, mal zu erfahren, was das Volk so bewegt.