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21.08.2008

Bevölkerungsmäßig steht Ostdeutschland vor dem Nichts

Solidarität ist eine feine Sache. Grundsätzlich. Blinde Solidarität aber ist so etwas wie die Steigerung des Sprichworts, wonach „gut gemeint“ das Gegenteil von „gut gemacht“ ist. Und sie hat verheerende Folgen. Alles in allem sind mehrere hundert Milliarden Euro an Steuermitteln in den Osten Deutschlands gepumpt worden, seit die Mauer fiel. Fast 19 Jahre ist das her.

Wer damals geboren wurde, ist heute erwachsen. Ist der Osten erwachsen? Alleine lebensfähig? Im Gegenteil. Weite Landstriche stehen vor ihrer völligen Verödung, Leuchttürme haben sich lediglich in wenigen Regionen vor allem Sachsens und Thüringens entwickelt. Ansonsten ziehen die verbliebenen jungen Leute weg, allem voran die jungen Frauen und somit die zukünftigen Mütter.

Im Westen gab es stets ein großes, schlagendes Argument, dem Steuerbürger das Opfer des Solidarbeitrags abzuverlangen und ihm zudem die Einsicht abzutrotzen, dass in seine Straßen, Schienen und Leitungen leider erst später investiert werden könne, weil erst der marode Osten auf Vordermann gebracht werden müsse. Dieses Argument hieß: Der Osten stirbt sonst aus. Die Wahrheit sieht offenbar so aus: Der Osten stirbt trotzdem aus. Und die Milliarden sind verschenkt.

Das Ärgerliche ist nicht, dass der Westen ohne diese am Ende vergebliche Hilfe für den Osten immer noch ähnlich gut dran wäre wie die Schweiz, Dänemark oder Schweden. Das Ärgerliche ist, dass Länder wie Tschechien oder die Slowakei gezeigt haben, dass es ohne diese immense Finanzspritze eines großen Bruders im Westen weit besser gelungen ist, auf die Beine zu kommen. Gut gemeint, schlecht gemacht, Deutschland.