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12.06.2008

Bildungsbericht

Chefsache Bildung. Die Kanzlerin hat angekündigt, dass sie sich des Themas annehmen will. Da kann man nur sagen: Das wird auch höchste Zeit. Was zuletzt über das deutsche Bildungssystem bekannt wurde, ist gelinde gesagt Besorgnis erregend. Selbst wenn die Politik nun – wider Erwarten – schnell reagieren sollte, werden uns die Spätfolgen der Bildungsmisere noch lange beschäftigen.

Wer heute keine Chance auf einen Ausbildungsplatz hat, der ist morgen höchstwahrscheinlich Hartz-IV-Empfänger. Das ist die bittere Wahrheit für einen guten Teil der Hauptschüler. Eine Wahrheit, die uns schon aus volkswirtschaftlichen Gründen nicht egal sein kann.
Umso unverständlicher ist es, dass bislang alle Hilferufe von Seiten der Hauptschule konsequent überhört werden. Da wird unbeirrt von der Durchlässigkeit des baden-württembergischen Schulsystems geschwärmt (CDU-Kultusminister Helmut Rau) und nur hier und da eine so genannte Brennpunktschule in eine Pseudo-Ganztagsschule umgewandelt. Fakt ist: Mit Alibi-Aktionen lassen sich die Probleme nicht lösen.
Letzteres gilt übrigens auch für die Kanzlerin: Ein Bildungsgipfel bringt nur dann etwas, wenn daraus Konsequenzen gezogen werden. Mit bloßer Image-Kosmetik – nach dem Motto „Wir haben euer Problem erkannt und legen jetzt mal Aktionismus an den Tag“ – ist niemandem geholfen.