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20.08.2009

Bildungsstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft

Na also, geht doch. Der Pisa-Schock hat sich bei den deutschen Bildungspolitikern offenbar als heilsam erwiesen. Diesen Schluss lässt zumindest die Studie des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zu, die den Schulen zwischen Flensburg und Konstanz allen Unkenrufen aus den Reihen von Schüler, Eltern und Experten zum Trotz attestiert, immer besser zu werden.

Das ist erfreulich. Traurig nur, dass die verantwortlichen Schulpolitiker erst durch internationale Studien wie Pisa und Iglu auf Missstände in den Schulen hingewiesen werden mussten und somit viel Zeit verloren haben. Dass sie ihre Lehren daraus gezogen haben, beweist die Studie. Auf diesen Lorbeeren darf sich die Politik aber nicht ausruhen. Denn ob Deutschland den Anschluss an die Weltspitze geschafft hat, das wird erst die nächste Pisa-Untersuchung zeigen.
Und dass es auf dem Bildungssektor noch genügend zu tun gibt – auch das macht die Kölner Erhebung deutlich. Noch immer hinkt der Ausbau der Ganztagsschulen den Ansprüchen hinterher. Noch immer ist es nicht gelungen, die Integration von Kindern aus bildungsfernen Schichten oder Ausländerfamilien befriedigend voranzubringen. Das trifft vor allem auf das reiche Baden-Württemberg zu. Dass die Bildungskarriere junger Menschen hierzulande ganz maßgeblich vom Geldbeutel der Eltern abhängt, ist ein Skandal. Platz 14 im Ländervergleich bei der Bekämpfung der Bildungsarmut, bei der Integration und bei der Förderinfrastruktur – das ist ein Armutszeugnis für Kultusminister Helmut Rau.