30. März 2012

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Zugebissen: Wenn der Täter nicht macht, was die Polizei ihm sagt, dann beißt der Diensthund zu.
Zugebissen: Wenn der Täter nicht macht, was die Polizei ihm sagt, dann beißt der Diensthund zu.

Blaulicht-TV: Den Arm in der Hundeschnauze

Blaulicht-TV begleitet ein Training der Polizeihunde im alten Schlachthof.PZ-Redakteurin Carolin Ulbrich lässt sich von einem Diensthund beißen.

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Mein Herz pocht, das Adrenalin schießt mir ins Blut, mein Puls schnellt in die Höhe – ich habe Angst.

Durch einen brennenden Container kriechen, mit Polizisten Verfolgungsfahrten trainieren oder mich im Training mit Farbmunition beschießen lassen – das ist alles kein Problem. Aber heute steht etwas drei Meter von mir entfernt ein Schäferhund, der nur darauf wartet, von seinem Herrchen den Befehl zu bekommen und mir in den Arm zu beißen. Denn Hunde sind mir nicht gerade sympathisch, seit mich als Kind ein kleiner Dackel gebissen hat – und zwar einer der Sorte „Der tut nichts“.

Filou gehorcht aufs Wort

Ich soll sagen, wann ich so weit bin. Vor lauter Angst bekomme ich aber keinen Ton heraus. „Nicken reicht auch“, sagt das Frauchen von Filou, Ursula Kunz. Ich nicke und Filou packt meinen Arm. Doch damit nicht genug: Er reißt und zerrt an der Schutzjacke, die ich anhabe. Dabei stützt er sich mit voller Wucht mit seinen Pfoten an meinen Oberschenkel ab. Und guckt mich an, als wolle er mich gleich zerfleischen. Die Augen weit aufgerissen – fast so weit wie meine – zerrt er weiter an meinem Arm. Bis Ursula Kunz endlich den erlösenden Befehl gibt: „Aus“. Etwas ungläubig nimmt Filou das Kommando wahr. Doch auch wenn er gerade total in Rage ist, Filou gehorcht seinem Frauchen augenblicklich. Er lässt von mit ab – und ich bin völlig geplättet. Ich fühle mich wie durchgerüttelt, meine Oberschenkel schmerzen vom Druck der Pfoten und der Hund beäugt mich noch immer so, als seien wir Erzfeinde. Aber ich habe eigentlich nichts mehr zu befürchten. „Kritisch oder sogar gefährlich wird es erst dann, wenn der Täter nicht das tut, was man ihm sagt“, meint Frank Kusterer, Leiter der Polizeihundeführerstaffel in Pforzheim. Denn normaler weise reiche es aus, wenn der Hund den Täter massiv anbellt und so an der Örtlichkeit bannt. „Nur wenn er flüchten will, darf der Hund den Täter durch Beißen festhalten“, sagt Kusterer.

Zehn Polizeihundeführer gibt es in der Polizeidirektion Pforzheim. Sie werden bei Bedarf von der Funkleitzentrale alarmiert. „Diensthunde kommen zum Beispiel bei Demonstrationen, aber auch bei Durchsuchungen, Einbrüchen, der Festnahme gewaltbereiter Menschen oder der Suche nach Vermissten zum Einsatz“, erklärt Kusterer. Zudem gibt es Spezialhunde, die auf das Auffinden von Sprengstoff oder Rauschgift trainiert sind.

Hunde leben in Familien

„Vor allem der deutsche und der belgische Schäferhund eignen sich gut als Diensthund“, erklärt Thorsten Dauer, Ausbildungsleiter und Einsatztrainer. Wichtig sei, dass die Hunde ein starkes Nervenkostüm haben, sich sicher in der Umwelt bewegen und einen ausgeprägten Spieltrieb besitzen.

Alle Hunde leben außerhalb ihres Dienstes in Familien. „Der Hund kann zwischen Zuhause und Dienst unterscheiden“, erklärt Dauer. Dies spürten die Hunde schon auf dem Weg zum Einsatz. Kusterer erinnert sich noch an einen spektakulären Einsatz, als ein Diensthund nachts in einem Baumarkt drei Einbrecher aufspürte, denen später insgesamt 70 Taten nachgewiesen werden konnten.

Nach dem Training fragt mich Dauer, ob meine Angst vor Hunden jetzt verflogen sei. Gute Frage. Im Vergleich zu dem Zähnen des Dackels damals waren die des Schäferhundes noch viel furchteinflößender.

Dafür hatten die Herrchen ihre Tiere so gut unter Kontrolle – im Gegensatz zum Dackel-Herrchen damals –, dass es eigentlich falsch wäre, von Angst zu reden. Sondern eher von Respekt.

Autor: Carolin Ulbrich | Pforzheim

05.07.2013

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Freund und Geburtshelfer: Im Verkehrsdschungel von Bangkok bleiben Schwangere oft stecken. Nun werden einige Polizisten als Hebamme geschult. Seite 25

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