nach oben
08.11.2009

Bürgermeister Jürgen Kurz geht in fünfte Amtsperiode

Wenn ein Bürgermeister wie Jürgen Kurz Jahrzehnte lang ohne Gegenkandidat wiedergewählt wird, dann ist er ein Rathauschef mit starkem Willen und großer Durchsetzungskraft. Natürlich hätte sich Kurz eine höhere Wahlbeteiligung gewünscht. Ein Ergebnis zwischen 30 und 40 Prozent wäre für ihn eine öffentlichkeitswirksame Bestätigung gewesen. Doch schon in seinen beiden Bürgergesprächen in Niefern und Öschelbronn zur Wahl ließ sich der Trend erkennen: Die Bürgerschaft vertraut ihrem Ortsoberhaupt, noch aber stoßen die Herausforderungen, die Kurz in der Finanzkrise meistern will nicht auf hohe Resonanz.

Kurz braucht langen Atem

Dabei sind es richtig große Brocken, die Kurz sowie der Gemeinderat in naher Zukunft bewegen müssen, obwohl sie in den vergangenen Jahren viel für eine bessere Infrastruktur getan haben. Das geplante große Gewerbegebiet an der Autobahn ist noch nicht in trockenen Tüchern, aber schon verknüpft mit dem Umzug der Firma Bellmer von der Nieferner Ortsmitte zur A8. Gelingt dieses Projekt, und in Zeiten knapper Zuschuss-Kassen des Landes ist das ein gewagter Sprung, muss Kurz Ideen in der Schublade haben, wie dann das Filetstück des Maschinenbauunternehmens im Ortskern umgebaut wird. Der Erfolg des Gewerbegebiets hängt von der guten Verkehrsanbindung ab. Seit Jahren ist der Rathauschef freilich einsamer Rufer in der Wüste, der den raschen Ausbau der B10 sowie der A8 im Enztal fordert, zugleich aber das Land auch ermahnt, einen guten Lärmschutz für die Anwohner der Autobahn vorzusehen.

Jürgen Kurz braucht also gerade in seiner letzten Amtsperiode einen langen Atem. Da ist es gut, dass der Gemeinderat seit dem Bürgerentscheid um den Erhalt oder den Abriss der Papierfabrik selbstbewusster geworden ist. Kurz wird immer den Schulterschluss mit den Bürgervertretern suchen. Doch obwohl er als politisches Schwergewicht seinen Kopf durchzusetzen versucht, so ist er doch immer Sportler genug, der den Wettstreit liebt – wohl wissend, dass gute Ideen oft erst im hartnäckigen Ringen um die beste Lösung geboren werden.