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25.03.2009

Bundesregierung stockt Abwrackprämie auf

Bei allem Respekt vor schnellen Konjunkturpaketen – mit der Abwrackprämie ist der Bundesregierung vor allem ein lupenreiner Propaganda-Coup geglückt. Kein Wunder, dass sie jetzt so eilig und unbürokratisch nachlegen will. Dabei rechnen sich viele mit der Prämie lediglich reich.

Im wirklichen Leben profitieren nur sehr wenige Bürger von der Stütze aus Berlin. Die kompletten 2500 Euro lassen sich kaum realisieren. Denn schon die erste Bedingung sortiert die meisten Interessenten aus: Es muss ein zugelassener Wagen zur Verfügung stehen, der mindestens neun Jahre auf dem Buckel hat. Auf den ersten Blick gibt es zwar genug ausmusterungsreife Veteranen auf unseren Straßen; aber nicht wenige von ihnen haben durchaus noch ihren Wert. Durch die vorgeschriebene Verschrottung schrumpft der Restwert auf null. 2500 Euro bleiben also nur zusätzlich in der Tasche, wenn der Altwagen auch tatsächlich nur Schrott ist.
Das ist bei einem zugelassenen und fahrbereiten Fahrzeug wohl kaum der Fall. Entsprechend mindert sich also der persönliche Ertrag der Prämie – bis hin zum persönlichen Verlust. Dennoch wird überall in der Republik das Thema „Neuwagenkauf“ heiß diskutiert. Was Werbestrategen und Rabattschlachten nicht geschafft haben, ist der großen Koalition auf Anhieb gelungen: „Autokauf“ ist zurzeit das meistdiskutierte Thema in Pausen und an den Stammtischen. Dabei ist nicht mal klar, ob die Regierung mit Glück oder Geschick den Nerv der Deutschen getroffen hat. Fakt ist: Die Abwrackprämie hat so viel Dynamik erzeugt, dass die Rechnung für die Staatskasse weit positiver ausgeht, als der Finanzminister befürchtet.