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03.02.2009

Bundesverfassungsgericht verbietet Zwangs-Agrarmarketing

Sagte man bislang über jemanden, er sei bauernschlau, war das nicht zwingend als Kompliment zu verstehen. Das dürfte sich künftig ändern. Denn ein Hühnerhalter, ein Mühlenunternehmer und der Betreiber einer Geflügelschlachterei haben nun eindrucksvoll bewiesen, dass sie sich bestens zu helfen wissen – nichts anderes bedeutet bauernschlau.

Die Landwirte haben gezeigt, dass sie mit Beharrlichkeit und Sachverstand einen Kampf vergleichbar mit David gegen Goliath gewinnen können. Und ein Sieg ist die Abschaffung des zwangsweisen Agrarmarketings der Central Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft –  kurz CMA – allemal. Denn seit 2002 darf keine Werbung mehr speziell für Produkte aus deutschen Landen gemacht werden. Dennoch kassierte die CMA von den Bauern weiterhin Zwangsabgaben in Millionenhöhe – womit letztlich auch Produkte aus dem europäischen Ausland, also der Konkurrenz, beworben wurden. Diesen Missstand hat das Bundesverfassungsgericht nun beendet. Und damit endlich den Weg für die Bauern frei gemacht, selbst zu entscheiden, ob ihnen Werbung etwas bringt, oder nicht.