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01.09.2008

Bundeswehr in Afghanistan

Jeder tote Soldat ist – genauso wie jeder tote Zivilist – einer zu viel. Daran besteht kein Zweifel. Dennoch sollte klar sein: Auch wenn die Lage in Afghanistan für die deutschen Soldaten zunehmend brenzlig wird, so stellt das den Einsatz am Hindukusch nicht in Frage. Das nicht.

Krieg ist Krieg

Alles in allem ist die Bundeswehr bislang sogar glimpflich davongekommen: Meldungen von toten Soldaten und unschuldigen Opfern aus der Zivilbevölkerung waren bis dato eine Seltenheit. Dabei geriet vielleicht beim einen oder anderen in Vergessenheit, dass auch der Isaf-Einsatz nichts anderes als ein Kriegseinsatz ist – und Kriege fordern Opfer.

Wenn demnächst über die Mandatsverlängerung für die deutschen Truppen in Afghanistan entschieden wird, ist es Zeit für eine ehrliche Debatte, die die beiderseitigen Gefahren – für Soldaten wie Bevölkerung – eines Antiterrorkrieges nicht verschweigt. Das ist der Bundestag nicht zuletzt den Soldaten schuldig. Die Bundesregierung aber muss sich die Frage stellen, ob und wenn ja in welcher Form der militärische Einsatz Sinn ergibt. Wenn sie diese Frage positiv beantwortet, dann muss sie dafür sorgen, dass die Bundeswehr auch dazu in der Lage ist, ihren Auftrag auszuführen: Sie braucht eine anständige Ausrüstung und das Wissen, dass Deutschland hinter ihr steht.