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02.02.2009

Bußgeldkatalog sieht härtere Strafen für Fahrradfahrer vor

Als hätten Fahrradfahrer nicht schon genug mit Problemen im Straßenverkehr zu kämpfen: Jetzt sieht der am Sonntag in Kraft getretene und verschärfte Bußgeldkatalog auch noch vor, dass mehr Verkehrsdelikte mit Punkten in Flensburg bestraft werden.

Keine Frage: Verstöße wie das Fahren in alkoholisiertem Zustand oder das Überqueren eines Bahnüberganges trotz geschlossener Schranken müssen hart geahndet werden. Dass den Radfahrern nach der neuen Regelung aber auch schon ein Punkt droht, wenn sie einen Fußgängerüberweg überqueren, ohne vorher abzusteigen, ist deutlich überzogen. Natürlich ist ein Pedaleur nicht von der Sorgfaltspflicht entbunden. Ein Autofahrer kann mit seiner schweren Karosse aber dennoch einen viel größeren Schaden anrichten. Der Radfahrer dagegen gefährdet meist nur sich selbst.
Anstatt Fahrradfahrer mit höheren Strafen zu gängeln, sollten Autofahrer noch stärker für deren Probleme sensibilisiert werden. Durch Unachtsamkeit ereignen sich zum Beispiel beim Abbiegen noch immer schwere Unfälle mit den Radlern. Außerdem finden Radfahrer in den Städten oft katastrophale Bedingungen vor – obwohl sie einen wertvollen Beitrag für die Umwelt leisten. Fahrradwege sind nur selten ausreichend gekennzeichnet, oder in einem kaum befahrbaren Zustand, so dass die Pedaleure auf Straßen ausweichen müssen.
Ergo: Wer Radfahrer stärker in die Pflicht nehmen will, sollte dann auch etwas für sie tun.