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12.08.2009

CDU und FDP wollen ins All

Um es vorwegzunehmen: Wissenschaft, Forschung und Technik sind etwas Beeindruckendes und das All ist höchst faszinierend. Im Übrigen auch wirtschaftlich: Nicht umsonst beschäftigt sich ein ganzer Industriezweig mit der Raumfahrt, neue Erkenntnisse kommen zudem anderen Branchen zugute.

Am häufigsten profitierten bisher die Nachrichten- sowie Messtechnik und der Maschinenbau von Raumfahrt-Entwicklungen: Satellitenfernsehen, Navigationssysteme, Roboter und zahlreiche optische Geräte sind sozusagen Geschenke des Himmels. Aber auch hochabsorbierende Materialien, wie sie zum Beispiel bei Babywindeln verwendet werden, haben ihre Ursprünge im All. Nicht zuletzt deshalb engagiert sich Deutschland schon viele Jahre finanziell in der Raumfahrt – im laufenden Jahr beläuft sich dieser Einsatz auf 1,4 Milliarden Euro. Kein Pappenstiel, aber sicher noch vertretbar.
Was jedoch in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit und sinkender Steuereinnahmen nicht zu vertreten ist, ist der Luxus einer 1,5 Milliarden Euro teueren Mondmission unter deutscher Flagge. Möge sie wissenschaftlich noch so wertvoll sein. Etwas mehr Bodenhaftung bei Wahlkampfversprechen – in diesem Fall von CDU und FDP – wäre wünschenswert. Sonst brauchen sich die Damen und Herren Politiker jedweder Couleur nicht wundern, wenn sie der ein oder andere Wähler am 27. September sinnbildlich am liebsten auf den Mond schießen würde.