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27.10.2008

Chancen für Einzelhandel in Pforzheim

Horst Lenk hat es gestern beim Stadtmarketing-Tag in Stuttgart zu Recht deutlich gemacht: Der Einzelhandel einer Stadt braucht Planungssicherheit, um zukunftsgerecht agieren zu können. Beim Blick auf die jüngsten Ereignisse in Pforzheim scheint hingegen das Gegenteil der Fall zu sein. Die überraschende Ablehnung zweier verkaufsoffener City-Sonntage pro Jahr und die Querelen um den Standort des Wochenmarktes sind nur einige Beispiele dafür, dass in dieser Stadt ein richtungsweisendes Management fehlt und dem Image der Goldstadt weiterer Schaden zugefügt wird.

Jahrelange Debatten darüber, ob die Busse in der Fußgängerzone fahren sollen oder nicht und die unsägliche Diskussion über einen Innenstadtring für den Kraftfahrzeugverkehr unterstreichen zudem die Langatmigkeit von Entscheidungen, so sie überhaupt gefällt werden.
Dem ohnehin gebeutelten Einzelhandel erschweren derlei unsichere Zustände die Existenz. Hinzu kommt, dass viel Papier mit vermeintlichen Konzepten und Strategien beschrieben wird, allein, es fehlt an der Umsetzung. Dass es durchaus auch in einer vom Krieg zerstörten Stadt wie Pforzheim gute Chancen gibt, im Wettbewerb der Einkaufs- und Erlebnisstädte zu bestehen, hat Architekt Professor Franz Pesch von der Universität Stuttgart gestern deutlich gemacht. Jedoch auch der Wissenschaftler hebt eines richtig hervor: Nach der selbstkritischen Analyse muss das Handeln erfolgen.
Klar ist, dass es kein Leichtes sein wird, die Goldstadt auf den Wettbewerb der Kommunen zu trimmen. Um so mehr ist geschlossenes Agieren aller Beteiligten das oberste Gebot. Pforzheim ist auf dem Weg, den Anschluss vollends zu verlieren. Die Ausführungen des Stadtmarketing-Tages sollten deshalb Impulsgeber sein, endlich zu handeln statt nur zu reden.