


Was wäre der Pforzheimer CityLauf ohne den FunRun? Mit Sicherheit um eine Attraktion ärmer. Auch wenn sich in diesem Jahr 517 Läuferinnen und Läufer bei rund 30 Grad Hitze mehr schlecht als recht über die fünf Kilometer lange Strecke quälen mussten, und mehr hecheln statt lächeln angesagt war, kamen alle Teilnehmer auf ihre Kosten.
Das fing bei Spitzenläufern wie Lucas Bittigkoffer (TV Neulingen), dem frischgebackenen baden-württembergischen A-Jugendmeister über 1500 Meter an, und hörte bei den Hobby-Läufern des Pforzheimer Stadttheaters auf, die sich mal wieder auffallend schick in Schale geworfen hatten. Den Vogel schoss dabei wohl Susann Schürle ab, die sich ein knallrotes Gummiboot zum Balance-Halten um die Hüften geschlungen hatte.
Das dürfte selbst Lucas Bittigkoffer auf seinen zwei schnellen Runden nicht verborgen geblieben sein, der den FunRun locker und leicht in 16:56 Minuten vor Alexander Hempel (17:11/Schoeneck) und dem Oberhausener Joachim Becht (17:20) gewann. „Ich hätte nicht gedacht, dass die Sache bei dieser Hitze so schnell wird“, zeigte sich der Sieger von seiner eigenen Geschwindigkeit sogar etwas überrascht. Der Drittplatzierte Joachim Becht lobte dagegen ausdrücklich die Rückkehr vom Enzauenpark in die Pforzheimer City: „Es gibt keine programmierten Engpässe mehr. Hier kann man auch viel besser und ungefährlicher überholen“, meinte der 49-jährige Dauerläufer.
Den unzähligen Hobby-Athleten war das freilich einerlei. Im Fall von Schauspieler Markus Löchner, der sich als Rapunzel mit blonden Zöpfen, Tütü-Röckchen und künstlichen Po-Backen ausstaffiert hatte, zählte nur Ankommen. Dasselbe galt für seinen Kollegen vom Pforzheimer Stadttheater, Klaus Dusek, der die Strecke mit seinem rund zehn Kilo schweren Kontrabass absolvierte.
„Das geht natürlich vielmehr in die Arme, als in die Beine“, verriet das Orchester-Mitglied der badischen Philharmonie. „Ich wollte nach sieben Jahren aber unbedingt wissen, ob ich das beim CityLauf noch einmal packe. Damals war der Kurs aber um zwei Kilometer kürzer“, ließ er wissen.
Das hätte sicher auch den Füßen anderer Läufer gutgetan. Stattdessen blickte man im Zielbereich gleich haufenweise in ermattete, von der Hitze gezeichnete Gesichter, die so schnell wie möglich nach reichlich Flüssigkeit verlangten.
Gerade für James Sutherland war das (über-)lebensnotwendig, zumal er sich im Original-Kilt über den Asphalt kämpfte. „Für einen waschechten Schotten wie mich ist das Ehrensache“, betonte der Ballett-Direktor des Stadttheaters und fügte noch eher kleinlaut hinzu: „Ich hätte nie im Leben gedacht, dass das so anstrengend wird. Und dabei stehe ich eigentlich gut im Training.“
Ähnliches gilt auch für Ringtennis-Vize-Weltmeister Timo Hufnagel (Autohaus Walter), der den FunRun wie Sieger Bittigkoffer als kleine Trainingseinheit mitnahm, bevor er am Samstag und Sonntag bei den süddeutschen Ringtennis-Meisterschaften startet. Anja und Constantin Heselschwerdt vom Sport Carré Pforzheim mussten beim Lauf dagegen keine Körner sparen.
„Das war saumäßig spaßig. Und vor allem meine Frau ist eine bombastische +Zeit gelaufen“, lobte der brave Ehemann, dessen vielköpfiges Team beim CityLauf zudem noch für einen guten Zweck schwitzte. Nach dem Zieldurchlauf durfte sich der Verein „Lilith“ über eine satte Spende freuen.
{element10}
{element11}
{element12}
{element13}
{element14}
{element15}
{element16}





Das lesen Abonnenten am Donnerstag exklusiv in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":