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09.04.2009

Daimler-Hauptversammlung

Grundsätzlich ist es für die unternehmerische Hygiene gut, wenn ein Konzernlenker auch mal offen einen Fehler einräumt. Daimler-Chef Dieter Zetsche hat dies gestern getan, indem er bedauerte, nicht schon Mitte des Jahres die Notbremse gezogen zu haben. Aber war dies wirklich ein Versäumnis? Wusste man zu dieser Zeit schon, dass die Welt in eine Jahrhundertkrise stolpert? Klare Antwort: Nein. Insofern war Zetsche fehlerfrei.

Was ihm hingegen angelastet werden muss, ist seine Produkt-Philosophie, die großvolumige, spritfressende und CO2-spuckenden Limousinen vom Band laufen ließ. Eine Fehlleistung, die er schon als Chef des US-Autobauers Chrysler begangen hat. Leider hat Zetsche aus dem amerikanischen Abenteuer nichts gelernt. Erst vom Markt und der Nachfrage nach sauberen Autos ließ er sich belehren. Inzwischen bastelt der Konzern unter hohem Zeitdruck am Ausbau umweltfreundlicher Technologien. Die Chancen stehen gut, dass das Traditionsunternehmen die Kurve kriegt.