12. Juli 2010
Ein junges Team hat nicht nur ganz Deutschland verzaubert. Jogis Buben spielten besser als von vielen erwartet und sicherten sich am Ende mit dem dritten WM-Platz einen schönen Erfolg.
Ein junges Team hat nicht nur ganz Deutschland verzaubert. Jogis Buben spielten besser als von vielen erwartet und sicherten sich am Ende mit dem dritten WM-Platz einen schönen Erfolg.
© dpa

Danke, Jungs!

Ende gut, alles gut? Fast! Mit Platz drei fand die südafrikanische Safari für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ein versöhnliches Ende, auch wenn der Frust der Halbfinal-Niederlage gegen Spanien noch immer nachwirkt.

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Dabei waren die DFB-Kicker mehr als nur eine sportliche Interessensgemeinschaft. Sie waren zugleich Botschafter ihres Landes. Und diese Mission haben sie wirklich ganz hervorragend gestaltet. Vieles war bei dieser WM aus deutscher Sicht wie immer – und doch war vieles anders. Ganz anders.

Denn im Gegensatz zu vielen WM-Auftritten in den vergangenen Jahrzehnten überzeugte die deutsche Elf bei der ersten Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden nicht nur mit ihren Ergebnissen, sondern vor allem mit ihren Darbietungen.

Jung, erfrischend, dynamisch, erfolgreich – die Attribute, die sich jedes Unternehmen und jede politische Partei wünscht, treffen auf diese Mannschaft zu. Sie hat es nicht nur geschafft, die Fans in der Heimat zu verzücken. Diese Mannschaft hat auch die Fußballfans in aller Welt begeistert.

Früher war der deutsche Fußball in der Welt zwar immer gefürchtet, aber nie wirklich geliebt. Es gab immer viel Respekt, aber selten die Zuneigung, die sich die Männer im schwarz-weißen Dress wünschten.

Diese junge deutsche Elf hat nun den Blick der Welt auf unser Land gewandelt. Die unzähligen deutschen Fußballanhänger mit ihrer friedlichen Feierlaune auf den Fanmeilen haben bei der WM 2006 den Anfang gemacht. Damals begann sich das Bild der Deutschen im Ausland bereits ein Stück zu ändern.

Jetzt scheint es, als hätten Jogis Jungs dieses Werk weiter der Vollendung entgegengeführt. Diese Mannschaft hat für das Ansehen ihres Landes mehr geleistet als jede teure Imagekampagne. Auch der neue Bundespräsident Christian Wulff hat das Team einen Tag nach Platz drei bei der WM in Südafrika bei einem Besuch als glänzende Botschafter gewürdigt.

„Unser Land kann dankbar für diese Leistung und stolz auf diese Mannschaft sein“, sagte Wulff, und durfte sich sicher sein, für die Mehrheit seiner Landsleute zu sprechen.

Wulff machte DFB-Präsident Theo Zwanziger das Angebot, die Spieler wie nach dem dritten Platz bei der Heim-WM 2006 mit dem Silbernen Lorbeerblatt zu ehren. Außerdem habe er entschieden, Bundestrainer Joachim Löw im Schloss Bellevue für seine Verdienste „mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszuzeichnen“.

Die jüngste deutsche WM-Mannschaft seit 72 Jahren haben auch sportlich gute Perspektiven für die nächste WM-Endrunde 2014 in Brasilien. „Es ist die beste Mannschaft seit 1972“, bemerkte Wulff.








Autor: Udo Koller

30.05.2011

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