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17.02.2009

Das Ende der Glühbirne

Die Glühbirne ist demnächst Geschichte. Und das ist auch gut so. Der Grund dafür müsste selbst den sentimentalsten Nostalgikern einleuchten: Die Birne ist nun mal im Vergleich dazu, was heute technisch möglich ist, ein sagenhafter Energieverschwender. Und Verschwendung können wir uns nicht mehr lange leisten.

Die EU-Abgeordneten im Umweltausschuss sahen das gestern wohl ähnlich – und sparten sich den Weg übers Parlament. Ein Sieg der Vernunft – nicht unbedingt der Demokratie, wie gleich von den Konservativen bemängelt wurde. Ginge es erst nach dem Mehrheitswillen der Bevölkerung, hätte das letzte Stündchen für die Glühbirne noch lange nicht geschlagen. Zu groß sind die Vorbehalte gegen das vermeintlich „kalte“ Licht der Energiesparlampen, zu sehr schreckt bei deren Anschaffung der etwas höhere Preis. Zu gering erscheinen dem Einzelnen die eingesparten Stromkosten. Doch Kleinvieh macht bekanntlich auch Mist. Wenn ganz Europa umstellt, springt dabei der Stromverbrauch eines Landes wie Rumänien heraus.
Ist das nun Bevormundung? Manchmal muss es eben ein Verbot sein, wenn die Welt ein Stück nach vorne gebracht werden soll. Verbraucher könnten die Lektion auch von selbst lernen – aber viel langsamer. Am Ende entscheidet bei den meisten von uns, seien wir ehrlich, dann doch der Preis – und der wird vielleicht erst in Jahrzehnten so hoch sein, wie er eigentlich sein sollte: Rohstoffverbrauch und Klimakosten eingerechnet. Bevor es so weit ist, müssen wir uns wappnen – das Ende der Glühbirne darf da nur ein Anfang sein.