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04.09.2008

Datenschutz wird verbessert

Als die Finanzbehörden vor nicht allzu langer Zeit eine CD mit den Daten der Liechtensteiner Steuersünder kauften, hat kaum jemand die illegale Beschaffung kritisiert. Den allermeisten war es herzlich egal, auf welch fragwürdige Weise die Steuerfahndung an die Daten gekommen sein mag – es traf ja die vermeintlich „Richtigen“.

So ein spektakulärer Fahndungserfolg ist zwar untypisch, trifft aber einen typischen Nerv im digitalen Zeitalter: Schon seit langer Zeit wird mit den persönlichen Angaben der Bürger – überwiegend der unbescholtenen – krimineller Schindluder getrieben.

Name, Adresse, Alter, Kontonummer – ganz einfache Dinge, die sich in den Händen skrupelloser Datenhändler in lukrative Einnahmequellen verwandeln. Zum Beispiel nutzen sie die Daten, um die Konten von Bürgern abzuräumen. Bis zu 500 Euro etwa prüft kaum eine Bank die Einzugsermächtigung für eine Lastschrift.
Natürlich wird die Politik illegalen Datenhandel nie ganz verhindern können. Doch die Absicht von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble ist wenigstens das richtige Signal an kriminelle Datenfreaks. Die bisherige Praxis, wonach Kunden ausdrücklich der Weitergabe ihrer persönlichen Daten widersprechen müssen, hat die kriminelle Energie geradezu befeuert und zweifelhafte Geschäfte leicht gemacht.
Der beste Schutz gegen Datenkriminalität ist die eigene Vorsicht. Viele Verbraucher haben in den vergangenen Jahren selbst leichtfertig ihre persönlichsten Daten heraus gerückt. Ob Gewinnspiele oder Anrufe: Viele geben so wertvolle Daten wie Namen, Adresse und sogar Konto- oder Kreditkartennummer an Payback-Systeme weiter. Hier müssen Verbraucher schon bei der Frage „wem gebe ich meine Daten überhaupt“ umdenken – sonst können sie auch die schärfsten Gesetze nicht wirksam schützen.