

Berlin (dpa) - Wegen angeblich steigender Unfallzahlen von Senioren wird wieder über regelmäßige Gesundheits-Tests für Autofahrer diskutiert. Hamburgs Innensenator Michael Neumann sprach sich in der «Bild»-Zeitung (Donnerstag) dafür aus, dass sich Autofahrer spätestens alle 15 Jahre ärztlich auf ihre Fahrtauglichkeit untersuchen lassen. Auch die Grünen fordern obligatorische Gesundheitstests unabhängig vom Alter.
Dagegen möchte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer das Urteil über die Fahrtüchtigkeit dem Hausarzt überlassen: «Ältere Verkehrsteilnehmer dürfen nicht diskriminiert werden. Entscheidend für die Fahrtüchtigkeit ist nicht das Alter, sondern der Gesundheitszustand.» Ramsauer will, dass sich Senioren regelmäßig von ihrem Arzt beraten lassen.
Neumann verwies darauf, dass ab 2013 EU-weit der Führerschein jeweils nur noch für 15 Jahre gilt. Der SPD-Politiker betonte: «Bei der Verlängerung von Führerscheinen darf es keinen Automatismus mehr geben. Der Bundesverkehrsminister sollte die Chance nutzen, parallel zur Einführung der 15-jährigen Befristung von Führerscheinen auch regelmäßige Gesundheitstests zur Pflicht zu machen.» Der Hamburger Innensenator stützt sich dem Bericht zufolge auf neue Zahlen: Danach haben Senioren ab 65 Jahre mit 61,6 Prozent den höchsten Verursacheranteil am Unfallgeschehen in der Hansestadt.
Unterstützung erhielt Neumann vom verkehrspolitischen Sprecher der Grünen im Bundestag, Stephan Kühn. Er forderte in der Zeitschrift «AutoBild», den Gesundheits-Check schon jetzt vorzuschreiben, wenn der Führerschein älter als 15 Jahre ist: «Die eigene Fahrtauglichkeit falsch einzuschätzen ist keine Altersfrage.»






Das lesen Abonnenten am Freitag in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":





Leserkommentare (20)
Mehr KommentareEndlich! Ich fordere dies seit langem und endlich bewegt sich was in die Richtung. Völlig richtig ist, daß die Gesundheitschecks für alle gelten müssen. Fahruntauglich kann auch schon jemand mit 35 sein. mehr...
Im Grund befürworte ich diese Prüfungen. Aber ich befürchte, dass die angesetzten Masssäbe wieder einmal völlig an der Realität vorbei gehen. Sehtest, Reaktionstest und eine Fahrstunde mit Bewertung ähnlich der nachschulung bei zu hoher Punktezahl wäre sicher eine gangbare Angelegenheit, ohne ältere Menschen zu diskriminieren. Dieses verfahren sollte aber auch Anwendung finden, wenn eine Person nach krankheit, Unfall oder Op in ihren Fähigkeiten beeinträchtigt wird. mehr...
Na ja, wir müssen uns darüber im Klaren sein, dass unsere Gesellschaft immer älter wird. Da ist es doch logisch, dass 61,6 % (Tendenz: steigend) der Autofahrer, die an Unfällen eine Beteiligung haben auch die Älteren sind. Allerding sind hier in den meisten Fällen glimpfliche Unfallausgänge zu verzeichnen, während bei den Unfällen mit jüngeren Versursachern sehr oft schwerste Verletzungen und Tote zu beklagen sind. Klar schleichen die "Alten" oft mit nur 75 wo 100 erlaubt sind. Aber Leute, sind ...... mehr...