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22.12.2008

Deutsche Marine im Kampf gegen Piraten vor Somalia

Dass sich die deutsche Marine an der Anti-Piraten- Mission „Atalanta“ im Golf von Aden beteiligt, ist gut und richtig. Denn der zu sichernde Seeweg zwischen Europa und Asien ist unverzichtbar für alle europäischen Handelsnationen – inklusive Deutschland. Aber letztlich geht es bei dem Einsatz um mehr, als nur um die Sicherung eines Versorgungswegs. Vor allem muss künftig gewährleistet sein, dass Hilfe für die Not leidende somalische Bevölkerung ankommt.

Denn aufgrund der prekären politischen Lage in Somalia haben bereits Organisationen wie „Ärzte ohne Grenzen“ ihre Helfer abgezogen – aus Sicherheitsgründen. Dennoch gibt jeder einzelne Rückzug westlicher Organisationen – egal ob auf humanitärer oder militärischer Ebene – ein falsches Signal. Denn mit schwindender internationaler Präsenz werden die Gewaltbereiten unter den notleidenden Menschen immer mächtiger. Dafür werden sie von ihren Landsleuten verehrt und sogar unterstützt. Alles in allem bedeutet das in Zeiten des Terrorismus eine weitere Gefahr, die die Welt bedroht.
Langfristig kann die Piraten-Problematik daher wohl auch nur an Land gelöst werden. Es bedarf einer zündenden Idee, wie den Ärmsten der Armen am Horn von Afrika wirkungsvoll und nachhaltig zu einem besseren Leben verholfen werden kann. Kriminellen Auswüchsen würde damit vermutlich der Nährboden entzogen. Doch vorerst muss mit Aktionen wie dem Marineeinsatz der EU unter deutscher Beteiligung Schadensbegrenzung betrieben werden. Es ist unerlässlich, den Piraten Einhalt zu gebieten und damit einem ganzen Land zu demonstrieren, dass es nicht in Vergessenheit geraten ist.