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12.05.2009

Deutschland bei den Steuern Spitze

In die aktuelle Diskussion passt die Nachricht scheinbar wie die Faust aufs Auge: Deutschland nimmt bei Steuern und Abgaben eine Spitzenposition ein. Doch nur auf den ersten Blick schreit das nach Steuersenkungen. Stattdessen geht es vielmehr um ausgleichende Gerechtigkeit. Um die ist es – dem kompliziertesten Steuersystem der Welt zum Trotz – offensichtlich schlecht bestellt.

Dass ausgerechnet die unteren Einkommensklassen die höchste Last tragen, Topverdiener dagegen geschont werden, ist eine Schande und passt gleichzeitig ins Bild: Schließlich driften Arm und Reich seit Jahren zunehmend auseinander. Die großen Volksparteien haben dagegen in den vergangenen Jahren kaum etwas unternommen. Schon deshalb ist bei Wahlversprechen Vorsicht angebracht. Steuerschätzer belegen: Künftig hat der Staat nichts mehr zu verschenken. Der Wille von oben nach unten umzuverteilen, schien bislang weder bei der Union noch bei den Sozialdemokraten besonders ausgeprägt.
Dabei wäre manche Umverteilung durchaus erstrebenswert: Der OECD zufolge werden ausgerechnet diejenigen, die mit der Erziehung von Kindern echte Aufbauhilfe für die Gesellschaft leisten, geschröpft. Besonders, wenn sie auch noch beide arbeiten gehen. Erwerbstätigkeit – gut ausgebildeter Ehefrauen zumeist – ist anscheinend politisch nicht erwünscht. In einer Wissensgesellschaft ein fatales Signal.