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25.09.2008

Die CSU vor der bayerischen Landtagswahl

Die Erde wird wohl nicht erbeben. Aber sollte die CSU bei der bayerischen Landtagswahl am Sonntag tatsächlich ihre absolute Mehrheit verlieren, käme das aus Sicht der Christsozialen einer Naturkatastrophe und aus Sicht der anderen Parteien einem kleinen Naturwunder gleich. Denn bislang galt es als Naturgesetz, dass die CSU in Bayern regiert – und zwar alleine.

In der Tat spricht vieles dafür, dass die CSU nach Edmund Stoiber von den Wählern abgewatscht wird. Sicherlich nicht wegen der politischen Konkurrenz. Die bayerische SPD ist und bleibt kein ernst zu nehmender Gegner für die CSU. Und die Linke wird ihre Stimmen, wie viele es auch immer sein mögen, mehrheitlich wohl nicht aus der traditionellen CSU-Wählerschicht erhalten. Der größte Gegner der CSU ist die CSU selbst.
Mit ihrem Vorsitzenden Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein hat die Partei alles das verloren, was sie einst so stark machte. Weg die Mir-san-mir-Mentalität, mit der die Christsozialen die große Schwester CDU einst vor sich hergetrieben haben. Weg der Laptop-und-Lederhosen-Politikstil, mit dem sich die meisten Bayern rundweg identifizieren konnten.

So gut wie Huber und Beckstein als politische Strippenzieher sein mögen, sie können weder eine Partei führen und begeistern, noch kommen sie beim Wahlvolk an. Mit anderen Worten: Als Nachfolger von Stoiber ist das Duo schon vor der Wahl gescheitert.