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05.05.2008

Drogenbericht

Deutschland hat ein Drogenproblem. Nicht etwa die harten Sachen machen uns kaputt. Es sind die alltäglichen Suchtmittel, die hoch im Kurs stehen – und das nicht nur bei einer kleinen Minderheit.

An der Tendenz des Drogenberichts hat sich in den letzten Jahren wenig geändert: Der Konsum illegaler Drogen ist erfreulich rückläufig, während der Missbrauch von Tabak, Alkohol und Medikamenten erschreckend stabil bleibt. Doch überrascht uns das? Wer nach Ursachen forscht, muss nicht lange suchen. Legale Drogen haben drei entscheidende Vorzüge gegenüber den illegalen: Sie sind verfügbar, sie sind nicht teuer und sie sind gesellschaftlich akzeptiert.

Vor diesem Hintergrund wirken dann auch alle gutgemeinten Appelle von Seiten der Bundesregierung wie Heuchelei. Denn an den eigentlichen Stellschrauben – dem Verkauf von Hochprozentigem an jeder Ecke oder der omnipräsenten Werbung für Alkoholika aller Art – wird nicht gedreht. Dafür sorgen schon die Lobbyisten. Wenigstens in Sachen Tabakkonsum sind wir einen Schritt weiter. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich das Rauchverbot in Gaststätten in den kommenden Jahren in der Drogenstatistik niederschlägt.