

wieder als Herberge für die weiblichen Seminaristen.
„Beeindruckend, was sich getan hat“, beschrieb Oberkirchenrat Werner Baur als Vorsitzender der Evangelischen Seminarstiftung seine Eindrücke nach dem Umbau. Den Fachleuten des zuständigen Amtes für Vermögen und Bau und den Handwerkern sprach er ein großes Kompliment aus. Das gute Miteinander von Staat und Kirche sei eine Voraussetzung für diesen Erfolg „mit Liebe zum Detail und einer hohen ästhetischen Qualität“ gewesen. Auf diese Weise könnten Orte erhalten werden, an denen sich „Vergangenheit und Zukunft berühren“.
Für das Seminar sei es ein Privileg, solche Räumlichkeiten nutzen zu können. Um Zukunftsperspektiven zu gestalten, habe dieses „einzigartige Schulkonzept“ einen wichtigen Platz. So sei der Blick auf „Wurzeln und Traditionen“ eine Voraussetzung, um Zukunftsperspektiven zu gestalten. Staatssekretär Georg Wacker vom Kultusministerium Baden-Württemberg wünschte sich auch weiterhin eine starke Mitgestaltung der Bildungslandschaft des Landes durch das evangelische Seminar. Die Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche bezeichnete er „bei gleichzeitiger klarer und respektvoller Trennung“ als gut. Eine jüngst in einem Vertrag zwischen Land und Landeskirche bestätigten Seminarvereinbarung sei alles Wichtige geregelt. An die Gründung der Klosterschule 1556 mit der Reformation erinnerte Baudirektorin Pia Riegert-Matt vom Amt für Vermögen und Bau Baden-Württemberg. 1588 wurde das Jagdschloss als Sitz des Landesfürsten Herzog Ludwig fertiggestellt. Die Kosten für den Ausbau und die Instandsetzung aller vom Seminar genutzten Gebäude bezifferte sie auf 15,4 Millionen Euro. Das Land stelle hierfür 12,5 Millionen Euro zur Verfügung, die Seminarstiftung 1,4 Millionen Euro und der Bund 1,5 Millionen Euro. Bis Juli 2016 sollen alle Baumaßnahmen beendet sein. Nach dem Umbau der Klostermühle bildete die Instandsetzung des Jagdschlosses den zweiten Bauabschnitt mit Gesamtkosten in Höhe von 2,5 Millionen Euro. Gravierende baukonstruktive Schäden wurden behoben, die Haustechnik und die Fenster wurden erneuert, das Dach wurde gedämmt sowie Sanitärbereiche für die künftig 40 Schülerinnen des Seminars umgebaut und Brandschutzmaßnahmen durchgeführt.
Maulbronns Bürgermeister Andreas Felchle bezeichnete den Umbau des Jagdschlosses als Gewinn für die Stadt. Der Verbleib der Seminaristen bis zum Abitur in Maulbronn komme der Klosterstadt als Schulstadt mit zwei Gymnasien zugute. Bevor die Grußredner mit ihren Worten das umgebaute Jagdschloss seiner Bestimmung übergaben, hatten Prälat im Ruhestand Martin Klumpp und Ephorus Tobias Küenzlen in der Klosterkirche einen Festgottesdienst gehalten. Kirchenmusikdirektor Jürgen Budday begleitete die Einweihung mit dem Seminaristenchor musikalisch.
Autor: PZ-MITARBEITER VOLKER HENKEL





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