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13.08.2009

Ende der Rezession

Endlich mal gute Nachrichten. Die deutsche Wirtschaft hat offenbar die schwerste Krise der Nachkriegszeit überwunden. Die Rezession scheint gestoppt. Doch Vorsicht: Die am Donnerstag vorgelegten Zahlen sind noch lange kein Grund zum Jubeln. Denn mehr als ein Lichtblick am rabenschwarzen Konjunkturhimmel sind die 0,3 Prozent, die die Wirtschaft zwischen April und Juni zugelegt hat, nicht.

Erst wenn sich dieser Wert in den nächsten Quartalen verstetigt, kann wirklich davon ausgegangen werden, das Deutschlands Wirtschaft das Tal der Tränen durchschritten hat. Die positiven Daten sind dennoch Anlass für Optimismus. Und der kann bekanntlich Flügel verleihen.
Es war gut und richtig, dass Bund und Länder rasch auf die Krise reagiert haben und milliardenschwere Konjunkturpakete schnürten, die erst jetzt und in den kommenden Monaten ihre volle Wirkung entfalten werden. Ein dickes Fragezeichen muss indes hinter die Abwrackprämie gemacht werden. Die hat Teilen der Fahrzeughersteller zwar ein sattes Umsatzplus beschert. Aber was, wenn sie Ende des Jahres ausläuft? Zu befürchten ist, dass der Markt gesättigt ist. Die Automobilindustrie mit ihren Tausenden Zulieferern könnte sich als Achillesferse für den erhofften Aufschwung im kommenden Jahr erweisen.
Abzuwarten bleibt zudem, wie schnell sich die verbesserte Wirtschaftlage auf den Arbeitsmarkt auswirken wird. Noch hält das konjukturelle Kurzarbeitergeld die Erwerbslosenzahlen in Grenzen. Zum Jahresende läuft aber auch diese Staatshilfe aus. Und dann? Die Auftragslage wird entscheiden, ob die Unternehmen die Zahl ihrer Mitarbeiter in vollem Umfang halten oder die Belegschaft ausdünnen werden. Letzteres würde die Arbeitslosenzahl in die Höhe treiben und Staat sowie Gesellschaft vor neue Probleme stellen.