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17.12.2008

Energiepreise im Keller

Eines wird beim Klagen über die Krise gerne ausgeblendet: Sprit ist so günstig, dass manche Autofahrer an der Zapfsäule ihren Augen nicht trauen, generell ist Energie billig geworden – vor allem im Vergleich zu den Rekordpreisen noch vor wenigen Monaten. Das wirkt im Augenblick entlastend, aber niemand sollte sich täuschen lassen: Es handelt sich um eine Momentaufnahme. Geht es mit der Wirtschaft aufwärts, passiert dasselbe mit dem Ölpreis.

Schon daraus lässt sich die Notwendigkeit ableiten, künftig stärker alternative Energiequellen anzuzapfen – der Klimawandel ist nur ein zusätzliches Argument für diese Strategie. Jetzt ist die beste Gelegenheit, sich für die spätestens mit dem nächsten Wirtschaftsboom heranrollende Teuerungswelle zu rüsten – indem unsere Industrie mit allen verfügbaren Mitteln auf Energieeffizienz getrimmt wird und wir auch unser (Konsum-)Verhalten überdenken. Letzteres sollten wir gerade jetzt, da Wirtschaft und Politik uns am liebsten in die Läden tragen würden. Denn so schön es zum Beispiel für die Autoindustrie wäre, wenn jetzt alles weggekauft würde, was auf Halde steht: Sich heute einen Spritschlucker anzuschaffen, ist nur kurzfristig eine finanziell verlockende Variante. Was nicht heißt, dass jetzt erstmal gar nichts mehr gekauft werden darf. In vielen modernen Elektrogeräten schlummert zum Beispiel erhebliches Sparpotenzial – nicht umsonst wollte der Umweltminister Hartz-IV-Empfängern den Kauf neuer Kühlschränke sponsern. Man muss kein Eigenheim mit Sanierungsbedarf haben, um sich mit sinnvollen Investitionen für die Zukunft zu wappnen. Mittel- und erst recht langfristig werden wir mit teurem Öl leben müssen. Wer nicht hören will, wird es fühlen – auch am Umfang seines Geldbeutels.