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08.11.2009

Ergebnis der Remchinger Bürgermeisterwahl

Wirklich überraschend ist der Ausgang der Remchinger Bürgermeisterwahl nicht. Selbst ein Ergebnis in dieser Höhe mit einer Zustimmung von fast 70 Prozent für Luca Wilhelm Prayon ist für Kenner der Lokalpolitik keine Sensation. Schon lange im Vorfeld hatte sich der parlamentarische Berater der CDU-Landtagsfraktion als Favorit im Kandidaten-Quartett herausgeschält. Sein Wahlkampf war am professionellsten, seine Vorbereitung am besten gesteuert und sein finanzieller und persönlicher Einsatz wohl am größten. Dennoch haben sich seine drei Mitbewerber ordentlich geschlagen – vor allem während des Frage-und-Antwort-Spiels während der offiziellen Vorstellung.

Den eigenen Weg finden

Hilfreich ist die umfassende juristische Ausbildung Prayons, angesichts immer mehr zunehmender rechtlicher Auseinandersetzungen im täglichen Geschäft der Kommunalpolitik. Wenig hilfreich dagegen ist die nur geringe Erfahrung Prayons in Rathäusern oder Landratsämtern. Doch die drei Konkurrenten hätten hierbei noch weitaus weniger bieten können. Mit Freude an der Aufgabe und der Bereitschaft, auch als Bürgermeister noch dazuzulernen, kann Prayon dieses Defizit rasch beheben.

Immerhin hat er bereits im Wahlkampf gezeigt, dass er ein geschickter Taktierer ist. Doch taktieren ist nicht alles. Seine guten Verbindungen zum künftigen Ministerpräsidenten Stefan Mappus, die manche Bürger kritisiert haben, können für Remchingen nützlich sein. Der Christdemokrat wird auch daran gemessen werden, inwieweit er einen eigenen Weg geht, ohne am Gängelband der politisch starken CDU-Fraktion zu hängen. Schwer wird es zudem sein, in die großen Fußstapfen seines Vorgängers Wolfgang Oechsle zu treten. Das seit 36 Jahren regierende Ortsoberhaupt beweist bis zur letzten Stunde seiner Amtszeit, was für eine Gemeinde erreicht werden kann – mit unbändigem Arbeitseinsatz, Ideenreichtum, Zähigkeit und Kampfeslust. An diesem Mann der Tat kann sich Prayon ein Beispiel nehmen. Kopieren sollte er ihn aber nicht.