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09.12.2008

Ergebnisse der Iglu-Lese-Studie

Eigentlich sollte alles viel besser werden an Baden-Württembergs Schulen. Eigentlich. Doch die jüngsten Bildungsstudien belegen: die Schüler im Land sind im Bundesvergleich nur noch Mittelmaß. Allerdings nicht etwa, weil sie schlechter werden, sondern weil sie auf der Stelle treten, während die Gleichaltrigen in anderen Bundesländern aufholen oder den Südwesten sogar überflügeln.

Ob Pisa oder Iglu – ob Naturwissenschaften oder Lesen: Der Südwesten hat seine Spitzenplätze eingebüßt. Für Kultusminister Helmut Rau müsste dies ein Alarmzeichen sein. Statt darauf zu verweisen, wie gut doch die Schüler hierzulande im internationalen Vergleich seien, sollte der Christdemokrat vielmehr endlich der Wahrheit ins Auge blicken. Kein Ruhmesblatt ist es zudem, wenn Baden-Württemberg gerademal zwei Punkte besser ist als der nationale Durchschnitt. Das wird dem Anspruch des Landes nicht gerecht und zeigt, wie überfällig die von der Regierung beschlossene Qualitätsoffensive Bildung ist. Durch kleinere Klassen, mehr Lehrer und bessere individuelle (Sprach-)Förderung – auch und gerade für Kinder mit Migrationshintergrund – hat das Land die Chance, wieder an die nationale Spitze zu gelangen. Indes nicht von heute auf morgen.
Baden-Württemberg hat mit dem schlechten Abschneiden in beiden Studien die Quittung dafür erhalten, dass sich die Bildungspolitik allzu lange nicht bewegt hat.