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28.09.2009

Erwartungen an die fünf Bundestagsabgeordneten der Region

Auch wenn es bei der Bundestagswahl am Sonntag nur ein Direktmandat für Pforzheim und den Enzkreis zu gewinnen gab, so haben doch alle Kandidaten dafür unausgesprochen ein Versprechen abgegeben: sich im Falle ihrer Wahl auf Bundesebene für die Region einzusetzen. Keine Frage: Das ist es, was der Wähler erwartet.

Nun haben fünf Bewerber den Einzug in den Bundestag geschafft. Das nährt die Hoffnung, dass unsere Region in Berlin künftig über eine nie gekannte Durchschlagskraft verfügt. Bitter notwendig wäre das in jedem Fall.
Ob dieser „Pforzheimer Fraktion“ der notwendige Lokalpatriotismus zu eigen ist, wird sich schnell herausstellen. So gilt es beispielsweise, beim Bund genügend Geld für einen A 8-Ausbau im Enztal loszueisen, der allen Anforderungen gerecht wird. Die Bagger für die Westtangente sollten auch lieber heute als morgen anrollen. Das Argument, dass Pforzheim und der Enzkreis in der Vergangenheit vom Bund arg kurzgehalten wurden, darf da ruhig sehr deutlich ausgesprochen werden.

Endlich ausgesprochen werden muss aber auch, dass das vor sich hintaumelnde Pforzheim dringend der Hilfe bedarf. Während der soziale Abstieg der Stadt in vollem Gang war und ist, während die Zahl der Arbeitslosen und der Hartz-IV-Empfänger genauso schnell stieg wie die Zahl der leeren Schaufenster in den Einkaufsstraßen, haben die seitherigen Abgeordneten die direkte Auseinandersetzung mit diesem Dilemma gemieden. Doch: Wer sich auf der Bundesbühne mit sozialen Problemen beschäftigen kann, wer dazu beitragen will, dass die Wirtschaft zwischen Bremerhaven und Garmisch-Partenkirchen brummt und das Bildungswesen funktioniert, der kann genau das doch auch vor seiner Haustür tun. Jede noch so kleine Unterstützung kann da zum wichtigen Baustein dafür werden, dass Pforzheim und sein Umland und damit die Menschen, die hier leben, mit Optimismus in die Zukunft blicken können.

Fünf Abgeordnete aus fünf Parteien haben auf Bundesebene Zugang zu allen Informationen, Zugriff auf alle Fördertöpfe, Zutritt zu allen Ministerien. Quellen anzapfen, Beziehungen nutzen, Verbindungen spielen lassen – so lautet das Gebot der Stunde. Und zwar über alle Parteigrenzen hinweg.