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22.02.2010

FDP will den Numerus Clausus für Medizinstudenten senken

Erinnern Sie sich an Ihre Schulzeit? War sie nicht schön? Klar kam das Lernen so manches Mal zu kurz. Aber lernen wir nicht auch ein Stück weit fürs Leben? Und die Note Drei in Mathe, Erdkunde und Französisch war sicher nicht der Dummheit, sondern den „Flausen im Kopf“ – wie die Eltern zu sagen pflegten – geschuldet. Da ist – eins, zwei, drei – der Abi-Schnitt nicht mehr im Eins-Komma-Bereich, sondern die Zwei steht davor. Eine kleine Zahl mit großer Wirkung, sollte der Schüler Medizin studieren wollen.

Dass die FDP das Thema Numerus Clausus bei Medizinern angeht, ist an sich eine gute Sache. Wenngleich die Debatte – zumindest in Teilen – am Ziel vorbei schießt. Denn es erscheint doch recht illusorisch, dass der drohende Ärztemangel über gelockerte Zugangsbeschränkungen für das Medizinstudium allein kompensiert werden soll, wenn gleichzeitig ausgebildete Mediziner aufgrund besonders schlechter Arbeitsbedingungen in Deutschland lieber im benachbarten Ausland arbeiten.

Und dennoch: Wird der Numerus Clausus gelockert, besteht die Chance, mehr junge Menschen mit hohen sozialen Kompetenzen für ein Fach zu gewinnen, das nicht vom Wissen alleine leben kann, sondern auch ethische Grundsätze und Verantwortungsbewusstsein erfordert.