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11.03.2009

Fall Tauss

Was vermutlich gut gemeint war, ist dem SPD-Politiker Jörg Tauss beruflich zum Verhängnis geworden. Eintauchen wollte er in die Kinderporno-Szene, um sie von innen zu bekämpfen – sagt er. Ein fataler Fehler, der ihn nicht nur seine Parteiämter und sein Ansehen gekostet hat, sondern möglicherweise auch sein Mandat kosten wird – allen Unschuldsvemutungen zum Trotz.

Es ist nicht die Aufgabe von Politikern, jenseits von polizeilicher Arbeit ermittlerisch tätig zu werden. Zumal auf einem Feld, das gesellschaftlich – zu Recht – geächtet ist. Das ist und bleibt Aufgabe der Verbrechensbekämpfer. Dass sich der 55-jährige Karlsruher Bundestagsabgeordnete offenbar nicht einmal bei der Polizei abgesichert hat, ist schon mehr als blauäugig. Auch wenn Tauss nur das Beste wollte und deshalb szenetypisches Material besaß – er hat sich damit strafbar gemacht.