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26.01.2010

Feuer erloschen: Staab gibt Vorsitz des Elternbeirates ab

Sie hat genug: Christiane Staab ist es Leid, gegen eine Bildungspolitik anzukämpfen, in der ihrer Meinung nach vieles verkehrt läuft. Ihre Entscheidung, nach fünf Jahren als Vorsitzende des Landeselternbeirats zurückzutreten, ist ein schwerer Schlag für den Verband. Kultusminister Helmut Rau (CDU) hingegen darf aufatmen: Er hat künftig eine unerbittliche Kritikerin seiner Schulpolitik weniger.

Die Leistung der 41-Jährigen Juristin wäre indes falsch beschrieben, würde man sie nur in die Ecke jener Mäkler stellen, die um der Kritik willen den Finger in die Wunden der baden-württembergische Schulpolitik legen. Stets begleitete Staab die Politik im Hause Rau konstruktiv, brachte eigene Vorschläge ein, die indes offenbar auf taube Ohren im Neuen Schloss stießen. Schon 2008 beklagte sie gegenüber der „Pforzheimer Zeitung“ offen, ohne jedoch Namen zu nennen: „An den Schaltstellen der Politik sitzen Leute, die von Bildung nichts verstehen.“ Damit machte sich die Karlsruherin keine Freunde.

Bei aller Kritik ging es der Verbandschefin immer nur um eines: das Wohl der Schüler. Und als Mutter von vier – davon drei schulpflichtigen – Kindern weiß Staab allzu genau, wo es im Schulalltag klemmt, welchen Anforderungen, welchem Leistungsdruck die Kinder unterworfen sind. Den Konflikt scheute die Christdemokratin nie, weil sie sich mit der Realität an den Schulen nicht abfinden wollte. „Das ist ein Feuer, das in mir brennt“, sagte sie. Jetzt ist das Feuer erloschen. Der Frust war letztlich zu groß. Staab ist am Ende vielleicht auch ein Stück weit an ihren eigenen Ansprüchen gescheitert. Für Helmut Rau indes ist Staabs Rücktritt alles andere als ein Ruhmesblatt.