



Der Besitzer des Wilferdinger Wohnhauses, das durch einen Dachstuhlbrand unbewohnbar wurde, ist bei einem Brand schwer verletzt worden. Seine Töchter kauften gerade in Karlsruhe Geschenke für die Geburtstagsfeier der jüngsten Tochter ein. Ob in dem Haus noch einmal eine Geburtstagsparty stattfinden kann, ist fraglich, denn angesichts der großen Schäden steht auch ein Abriss zur Diskussion.
Mit schweren Verletzungen im Gesicht und an den Händen hat ein 57-jähriger Mann einen Brand in einem Wohnhaus an der Markusstraße 2 in Wilferdingen überstanden. Mit einem Rettungsfahrzeug des Roten Kreuzes war der Gebäudeeigentümer zunächst in eine Pforzheimer Klinik gebracht und von dort in ein Stuttgarter Krankenhaus verlegt worden, wie eine seiner drei Töchter der PZ sagte.
Das Feuer war am Dienstag gegen 21 Uhr von Nachbarn der Pforzheimer Polizeidirektion gemeldet worden. Eine knappe Stunde später waren die Flammen in dem zweigeschossigen Wohnhaus gelöscht.
Der 57-Jährige, der dort mit seinen 22- und zwölfjährigen Töchtern lebt – eine 20-jährige Tochter studiert inzwischen in Mainz – hatte sich den Tag nach dem Brand ganz anders vorgestellt. Schließlich wollten die jungen Frauen zusammen mit ihrem Vater am Mittwoch den zwölften Geburtstag der Jüngsten im Hause gebührend feiern.
„Deshalb fuhren wir am Dienstag mit dem Zug nach Karlsruhe, um Geschenke für unsere kleine Schwester einzukaufen. Nur unser Vater blieb zu Hause“, schilderte die 22-Jährige den Beginn der Schreckensstunden. „Unterwegs erhielten wir von Freunden einen Anruf, dass unser Haus brennt. Am Bahnhof in Remchingen wurden wir von ihnen kurz vor 22 Uhr abgeholt.“ Als die drei Schwestern in der Markusstraße eintrafen, konnten sie das Ausmaß des Brandes noch gar nicht ermessen.
In dem eng bebauten Wohngebiet bekämpften gerade 70 Feuerwehrleute, die mit zwölf Fahrzeugen ausgerückt waren, die Flammen. Auch vier DRK-Fahrzeuge waren am Ort des Geschehens, nachdem noch nicht bekannt war, dass sich während des Brandes lediglich der 57-jährige Hausbesitzer in dem Gebäude aufhielt, das seit 1999 sein eigen ist. Glück im Unglück. „Das Feuer ist vermutlich nicht in dem Zimmer ausgebrochen, wo mein Vater schlief“, sagte die älteste Tochter.
Viele Nachbarn hatten von dem Brand zunächst gar nichts mitbekommen. „Ich habe erst was gemerkt, als die Feuerwehr eintraf“, schilderte ein Anwohner seine Eindrücke. Ein anderer Hausbesitzer, Werner Kröner aus der Pforzheimer Straße, dem das Nachbargebäude Markusstraße 4 gehört, eilte sofort herbei, nachdem ihn sein Enkelsohn informiert hatte: „Er hat die Flammen sogar im Kutscherweg gesehen und gleich bei der Feuerwehr angerufen.“
„Die erste Nacht haben wir bei Freunden zugebracht. Wie es weitergeht, wissen wir nicht“, sagte die 22-Jährige am Mittwoch. „Wir werden uns auf jeden Fall mit ihr in Verbindung setzen und dafür sorgen, dass die Familie eine vorübergehende Bleibe hat“, versprach ein Mitarbeiter im Ordnungsamt des Rathauses. Bürgermeister Luca Wilhelm Prayon hatte sich noch in der Nacht ein Bild vom Schaden gemacht.
Die Ursache des Brandes ist noch nicht bekannt. „Möglicherweise löste ein elektrischer Defekt das Feuer aus“, sagte Polizeisprecher Frank Otruba. Der Schaden wurde zunächst auf 150.000 Euro geschätzt. „Die Frage stellt sich, ob sogar ein Abriss erforderlich sein wird“, so der Polizeisprecher.
Autor: Bruno Knöller






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