14811C0034DABAAA.jpg

Formel 1 auf der Wiese: Mit dem Rasenmäher über die Rennpiste

Aukrug (dpa) - Ihre Teams nennen sich «Viehdieb» oder «Farmer», ihre Rennen fahren sie auf frisierten Rasenmähern. Mehrere Dutzend Hobby-Gärtner haben sich am Samstag im schleswig-holsteinischen Aukrug zu einem Spektakel der besonderen Art getroffen. Mit viel Spaß und mehr oder weniger Geld haben sie ausgediente Gartengeräte in Renntrecker verwandelt. Unter der Haube röhrten getunte Rasenmäher-Motoren mit 18 PS oder Antriebe aus einem Motorrad mit bis zu 120 PS Leistung.

Bildergalerie: Mit dem Rasenmäher über die Rennpiste

Motorsportbegeisterte liefern sich mit Rasenmähern seit rund 40 Jahren weltweit Rennen. «Erfunden» wurde das Spektakel in den 1970er Jahren - angeblich von dem Irländer Jim Gavin. Seine verrückte Idee breitete sich schnell aus. Jeder halbwegs Bastel-Begabte kann sich für «kleines Geld» seinen eigenen Renn-Mäher bauen, berichtet Torben Halft vom Dreier-Team «Kick Grass». «Wir hatten als Grundlage einen rostigen Billig-Traktor aus dem Baumarkt», erzählt er.

200 Arbeitsstunden später erinnert nichts mehr an das Original. Der Rahmen – «ursprünglich nur dünnes, weiches Blech» – wurde mit Stahlböden aus einem alten Stahlregal versteift. «Das Lenkrad stammt aus einem Peugeot 106, der Sportsitz aus einem Opel Tigra, Bremsscheibe und Bremsanlage von zwei Motorrädern – alles vom Schrottplatz», sagt er. Inklusive einer olivgrünen Lackierung habe das «Pimpen» gerade einmal knappe 1000 Euro gekostet.

Und der Motor? «Ein Yamaha 2-Zylinder, 2-Takt – aufgemotzt auf 38 PS», sagt Halft. «Der säuft wie ein Wikinger auf Landgang»: Beim Training seien in einer halben Stunden vier Liter Treibstoff verbrannt worden. «Das macht so 40 bis 50 Liter auf 100 Kilometer.»

Rasentrecker kann man jedoch mit noch weniger Geld in Renngefährte verwandeln, erzählt ein Zuschauer. «Die Dinger fahren zwar nur 6 Stundenkilometer, haben aber jede Menge PS: Da lässt sich noch einiges rausholen», schreit er seinem Nachbarn ins Ohr. Er muss sich sichtlich anstrengen, um den Lärm der röhrenden Motoren zu übertönen.

So richtig zeigen, was in ihnen steckt, können die Rasenmäher an diesem Tag jedoch nicht: Tiefe Matsch- und Schlaglöcher auf der gesamten Strecke lassen nur moderate Geschwindigkeiten zu. Glück im Unglück: Infolge eines Schlaglochs gerät ein Traktor aus der Spur und überschlägt sich - doch der Fahrer bleibt unverletzt. Während das Rennen dröhnend weiter läuft, posiert der Unglücksfahrer samt Team für ein Erinnerungsfoto vor dem zerbeulten Renntrecker.

paul vandersee
14.04.2012
Formel 1 auf der Wiese: Mit dem Rasenmäher über die Rennpiste

Schade das es das hier nicht gibt. Ich kenn das Rennen. Wer ein wenig Benzin im Blut hat liebt es. Gefällt mir! mehr...

50-6-0
15.04.2012
Formel 1 auf der Wiese: Mit dem Rasenmäher über die Rennpiste

In Oberriexingen war glaub vor 2 Jahren eins. Also geben tuts das schon hier. mehr...