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07.05.2008

Führungswechsel im Kreml

Schlusspunkt der „Operette Machtwechsel“: Putins Wunschkandidat Dmitri Medwedew wurde im Kreml zum neuen Präsidenten Russlands vereidigt. Der scheidende „Zar“ Wladimir Putin wird in Zukunft neuer Regierungschef.

Auf dem Papier ist Medwedew nun der starke Mann im Staat. Laut Verfassung sind dem Präsidenten wesentliche Machtministerien unterstellt. Doch Gesetz und Realität klaffen in Russland oft meilenweit auseinander. Wie also wird die Politik von Mütterchen Russland künftig aussehen? Putin geht, um zu bleiben. Als starker Premier könnte Putin Mittel haben, Ziehsohn Medwedew zur Marionette zu degradieren, um im Hintergrund weiter die Fäden in der Hand zu behalten. Doch auch Russlands neuer Präsident beansprucht die Macht im Staat für sich. Es ist daher kaum zu erwarten, dass Putin und Medwedew Hand in Hand das Land regieren. Kampflos wird Medwedew das Feld jedenfalls nicht räumen. So könnte zwischen „Zar“ und „Nebenzar“ ein heißer Machtkampf entbrennen. Russland erwarten unruhige Zeiten.