



Pforzheim. Das grenzte beinahe schon an Körperverletzung. Aber ihre gute Laune ließen sich die 750 Läuferinnen und Läufer beim Pforzheimer Fun Run auch durch die extrem schwüle Witterung nicht verderben. „Die Hitze drückt einen förmlich zu Boden. Und man hat Angst, dass einem die Schuhe am Asphalt festkleben“, schilderte Daniel Antal-Vögele (Rutronik GmbH) seine Grenzerfahrungen auf der Piste. „Für mich war das pures Sahara-Feeling!“
So mögen sich auch die übrigen Starter bei weit über 30 Grad im Schatten gefühlt haben. Und seit Bestehen des Pforzheimer Citylaufs war es selten so schweißtreibend, die 4400-Meter-Strecke in zwei Runden von der Östlichen bis zur Zerrennerstraße zu bewältigen. Das deutete sich bereits beim Startschuss an, als sich die schier endlose Schlange lawinenartig am Rathausplatz in Bewegung setzte. Aber schon nach der ersten Runde mussten die ersten Läufer ihrem zu hohen Anfangs-Tempo Tribut zollen. Und je rötlicher sich die Gesichter färbten, desto häufiger wurden die Wasserstellen frequentiert. Das galt allerdings nicht für die Spitze des Feldes, wo Michael Mai vom Autohaus Walter und Dominik Scholle von der Pforzheimer Hochschul-Mannschaft einen packenden Zweikampf ausfochten. Am Ende zeigte Mai das bessere Stehvermögen und überquerte in einer Zeit von 15:28Minuten die Ziellinie. Dahinter folgten Scholle (15:45) und Simon Schimmelpfennig (16:37) vom LC 80 Pforzheim.
Bei den Damen wurde es wesentlich knapper. Hier siegte Stefanie Oechsle (Rutronik GmbH/18:23) hauchdünn vor Michaela Kummer (Hermann-Hesse-Gymnasium/ 18:29), Svenja Gareis (Chicas/18:59) und Clara Brandes (Chicas/18:59). „Ich bin etwas zu schnell angegangen, das habe ich später büßen müssen“, verriet Dominik Scholle, der schon nach wenigen hundert Metern eine Pulsfrequenz von 190 Schlägen pro Minute erreicht hatte. Und dabei ist der Student im Fach Ressourcen-Effizienz-Management als TV-34-Mitglied ein geübter Leichtathlet. Lucas Bittigkoffer (TV Neulingen/Hochschule Pforzheim), der Vorjahreszweite beim Fun Run, legte unter den gegebenen Sauna-Bedingungen derweil einen kleineren Gang ein und landete am Ende auf Platz 24. „Ich laufe am Sonntag noch die 1500-Meter-Qualifikation für die baden-württembergischen Junioren-Meisterschaften und musste deshalb ein paar Körner sparen“, betonte der 19-Jährige.
Das versuchten auch die übrigen Hobby-Läufer so gut es eben ging. Für die Meisten blieb allerdings kaum Kraft übrig, sich mit Verwandten und Bekannten am Streckenrand abzuklatschen. „Brutal war vor allem der lange Abschnitt in der prallen Sonne“, beklagten Christiane Walther und Wolfgang Koch.
Aber gerade die hohe Luftfeuchtigkeit machte vielen Teilnehmern erheblich zu schaffen: „Ich hatte große Mühe, überhaupt richtig durchzuatmen“, gestand Simon Schimmelpfennig völlig ausgepumpt im Zielbereich. Dem Teamgeist hat das freilich nicht geschadet. „Wir sind als Gruppe gestartet und als Gruppe auch wieder angekommen“, versicherte Martin Haug von der Allgemeinen Pforzheimer Gold- und Silberscheideanstalt. „Das ist beim Fun Run schon seit Jahren unsere Devise.“
Alle Ergebnisse unter http://sifi-timing.de/index.php/Veranstaltungen-2012/SWP-CityLauf-Pforzheim-2012-29.06.2012
Autor: PETER HEPFER | PFORZHEIM






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