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13.10.2009

Fußball-B-Ligist SV Hohenwart setzt auf junge Talente

Der SV Hohenwart hat schon einige talentierte Fußballer hervorgebracht. Zum Beispiel den Torhüter Alexander Stolz, der als Nummer zwei beim VfB Stuttgart hinter Jens Lehmann mit den Hufen scharrt. Oder Sascha Boller, der beim SSV Reutlingen auch dieses Jahr wieder eine tolle Runde spielt. Oder auch Marco Mössner, der vor der Saison von den Sportfreunden Feldrennach zum Oberligisten FC Nöttingen gewechselt ist und in der Mannschaft von Trainer Michael Fuchs auf den Außenbahnen für kräftig Wind sorgt.

Stolz, Boller, Mössner – drei Fußballer, die aus den Tiefen der Fußballprovinz kamen und jetzt in oberen Fußball-Regionen wandeln. Darauf ist man beim SV Hohenwart stolz. Und der B-Ligist arbeitet nach einer kurzen Durststrecke – im vergangenen Jahr musste man mit AH-Spielern den Spielbetrieb aufrechthalten – wieder daran, Talente hochzuziehen.

Der Mann, der das schaffen soll, ist Kazim Kurt. Der 36-Jährige kam vor der Runde für Interimscoach Gianpiero Iannone und hat mit seinem neuen Team eine tollen Saisonstart hingelegt. Hinter dem großen Favoriten FC Alemannia Hamberg (27 Punkte) und Verfolger SV Büchenbronn II (25) liegen Kurts Jungs mit 23 Punkten in Lauerstellung. „Ich bin selber überrascht, dass es so gut läuft“, meint Kurt, der in Würm wohnt und zum Training nur mal eben durchs „Waldsträßle“ nach Hohenwart düsen muss. Bei Phönix Würm hat Kurt das Fußball-Einmaleins gelernt, in der Jugend spielte er unter anderem auch für den Sportclub Pforzheim und die Jugendspielgemeinschaft (JSG) Biet. Seine weitere Stationen waren Alemannia Hamberg, FV Tiefenbronn, Phönix Würm und Fatihspor Pforzheim. Zuletzt kümmerte er sich um den Nachwuchs der SG Huchenfeld/Würm (C-Jugend). Der SV Hohenwart ist seine erste Trainerstation. „Die Umstellung ist mir eigentlich leicht gefallen, denn ich arbeite hier auch mit vielen jungen, motivierten Spielern“, sagt Kurt.

Ümit Özdemir (35) und Michael Notacker (27) gehören zu den ältesten Spielern. „Alle anderen sind 25 Jahre und jünger“, so der Hohenwarter Coach, der 13 Neuzugänge vor der Runde begrüßen durfte. Und die geben seit der Vorbereitung – Kurt schickte sie unter anderem den 44 Meter hohen Aussichtsturm „Hohe Warte“ hinauf – richtig Gas. Dennis Abram, Eduard Hilger, Oleg Feller und Pascal Zweigel (alle FSV Buckenberg) haben sich schnell einen Platz in der Anfangself gesichert. Ebenso Daniel Schmidt von der Spvgg Dillweißenstein. Zu ihrem ersten Einsatz kamen am Wochenende beim 5:3-Sieg beim FV Neuenbürg Henry Rosenbauer (SK Hagenschieß) und Michael Neumann (1. FC Kieselbronn). Beide stießen erst spät zum SVH dazu, sind aber, weil sie schon länger nicht aktiv waren, sofort spielberechtigt.

„Die Mischung stimmt. Die Jungs sind heiß auf Erfolg. Sie harmonieren super zusammen“, hat Kurt nach zehn Spieltagen gemerkt. Trotz des Höhenflugs wird Spielmacher Alexander Notacker, der sich im ersten Saisonspiel einen Kreuzbandriss zugezogen hat, schmerzlich vermisst. „Wir müssen den Schwung einfach in die nächsten Partien mitnehmen“, meint der SVH-Trainer und will mit seinem Team oben dranbleiben. Vom Aufstieg spricht im Höhenstadtteil jedoch niemand. „Das ist nur ein Traum“, sagt Trainer Kurt.

Vom Aufstieg geträumt, ja sogar ganz nahe dran, war der 1. FC Ersingen in der vergangenen Runde. In der Relegation zur Landesliga musste der Kreisligist aber die Segel streichen. Und diese Saison? Von einem Aufstiegsplatz ist die Elf um Kapitän Alexander Zettelmayer weit entfernt. Auf Platz elf findet man sich wieder. “ Gründe dafür gibt es laut Spielleiter Michele Guarneri viele. So konnte man die Ausfälle von Torjäger Martin Schumacher (komplizierte Halswirbelverletzung) und Michael Kälberer, der nach seinem Bänderriss am Wochenende zum ersten Mal wieder zum Einsatz kam, nicht kompensieren. Außerdem hätten viele Spieler bisher ihre Normalform nicht abrufen können, so der 37-Jährige. Einzig Marcel Hummel hätte bislang in der Viererkette konstant gute Leistungen gezeigt.

Ersingen auf dem absteigenden Ast? Dabei wollte die Mannschaft von Trainer Mathias Kauselmann doch im vorderen Tabellendrittel mitmischen. „Es besteht kein Grund zur Panik“, meint Guarneri. „Wir waren zwar letztes Jahr Zweiter, doch die Liga ist auch stärker geworden.“ Außerdem: Im letzten Jahr habe man in der Hinrunde auch nur 20 Punkte geholt. In der Rückrunde dann 46. Guarneri gibt sich deshalb zuversichtlich: „Wir kommen noch“, sagt er und setzt auf den „tollen Teamgeist“ der Ersinger Truppe.

Story am Rande: Guarneris persönliches Ziel: Der alte und extrem unebene Hartplatz („Der hat ein Gefälle von 4,5 bis 7 Prozent“) soll irgendwann mal einem Kunstrasen weichen. „Das wäre super“, so das Ersinger Urgestein.