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14.04.2009

Genmais-Anbau gestoppt

Gentechnik in Lebensmitteln – in Deutschland ist das pfui. Auf immer mehr Verpackungen prangt der Hinweis „gentechnikfrei“, die Lust der Kunden auf manipulierte Zutaten hält sich auch laut Umfragen in engen Grenzen. Dementsprechend verhält sich die Politik: Wer sich gegenüber der Gentechnik im Allgemeinen und veränderten Lebensmitteln im Besonderen grundsätzlich skeptisch zeigt, ist auf der sicheren Seite, also auf der Seite der Mehrheit – und da wollen schließlich alle Parteien hin.

Diese Haltung verstellt zunehmend den neutralen Blick auf die wissenschaftliche Entwicklung im Gen-Bereich und kann im schlechtesten Fall sogar nützliche Neuerungen verhindern. Klar: Beileibe nicht alles, was möglich ist, sollte auch gemacht werden. Und im Falle des umstrittenen Monsanto-Maises ist es sicher richtig, die Zulassung so lange zu verweigern, bis die Wirkungen auf die Umwelt umfassend erforscht sind. Also nichts gegen diese Entscheidung – wohl aber gegen das Klima, in dem sie gefallen ist.
Gute Politik zeichnet aus, dass sie sich eben nicht von Stimmungen und Panikmache leiten lässt. Allein die Perspektive, künftig widerstandsfähigere Pflanzen mit höherem Ertrag nutzen zu können, rechtfertigt alle wissenschaftlichen Anstrengungen, die auf diesem Gebiet unternommen werden – und verlangt von der Politik, diesen Prozess kritisch aber eben auch konstruktiv zu begleiten. Die sogenannte grüne Gentechnik darf nicht nur als Gefahr, sondern muss auch als Chance betrachtet werden. Letzteres kommt in Deutschland zu kurz.