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Leicht angekratzt  worden sei der Status von Gold als sicherem Hafen, sagte Bernd Bauer von der Sparkasse Pforzheim Calw.
Leicht angekratzt worden sei der Status von Gold als sicherem Hafen, sagte Bernd Bauer von der Sparkasse Pforzheim Calw.

Goldpreis weiter auf Talfahrt

PFORZHEIM. Bis gestern Mittag sank der Preis für eine Feinunze (31 Gramm) Gold an der Börse in London auf 772,45 Dollar. Damit hat der Goldpreis seine Talfahrt beschleunigt.

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Er ist erstmals in diesem Jahr unter die Marke von 800 US-Dollar gesunken. Die Schmuckhersteller in Pforzheim und im Enzkreis haben rasch auf die neue Preissituation reagiert und sich mit Edelmetall für das kommende Weihnachtsgeschäft auf Vorrat eingedeckt, erklärte gestern im PZ-Gespräch Bernd Bauer, Leiter Edelmetallhandel bei der Sparkasse Pforzheim Calw.

„In der Schmuckindustrie gab es ein Aufatmen“, sagte er. Immerhin war im März dieses Jahres ein Höchstpreis für Gold von 1032,50 Dollar erreicht worden. Das meiste Gold in Deutschland wird in Pforzheim und der Region verarbeitet. Hier fallen nach Angaben der Sparkasse Pforzheim Calw mit etwa 14 Tonnen Gold jährlich rund zwei Drittel des gesamten deutschen Goldbedarfs an. An diesem Volumen hat das öffentlich-rechtliche Institut einen Anteil von nahezu zehn Tonnen und ist damit nach eigenen Angaben deutschlandweit der größte Goldhändler.

Als Grund für den Preisrückgang nannte Bauer zum einen die Stärkung des US-Dollars sowie den sinkenden Ölpreis. Laut Deutscher Presseagentur war der Dollar am Morgen zum Euro auf ein Sechs-Monats-Hoch gestiegen.

„Viele Anleger sind aus den Rohstoff ausgestiegen, insbesondere große Fonds“, erklärte der Chef des Edelmetallhandels der Sparkasse. „Der Status von Gold als sicherer Hafen ist angekratzt“, meinte er, selbst Inflation und geopolitische Probleme hätten dies nicht abwenden können.

Kleinanleger kaufen noch

Anders hingegen sehe es bei den privaten Anlegern aus, machte Bauer deutlich. So gebe es derzeit noch immer Engpässe bei Goldmünzen wie dem Krügerrand, ebenso bei kleineren Goldbarren: „Kleinanleger kaufen noch immer massiv“, sagte er. Indes sei die Zahl der privaten Verkäufe zurück gegangen. Familienschmuck und dergleichen sei vor allem in der Hochphase des Goldpreises veräußert worden. Unterdessen betonte Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank gestern in einem Bericht der Deutschen Presseagentur, der festere Dollar und der fallende Ölpreis setzten den Goldpreis unter Druck. Paradoxerweise sei die auf ein 17-Jahres-Hoch gestiegene US-Inflationsrate am Donnerstagnachmittag zu einem Belastungsfaktor für Gold geworden. Denn dadurch habe der Dollar weiter an Wert gewonnen. Das Abwärtspotenzial hält Weinberg allerdings für begrenzt. So habe der südafrikanische Goldproduzent Harmony von einer verbesserten Nachfrage der Schmuckindustrie im vergangenen Monat berichtet und von einer deutlich höheren Goldnachfrage bei einem Preis von 800 Dollar je Unze.

Autor: Gerd Lache

15.08.2008
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