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15.12.2008

Große Konzerne erwägen Kündigungsverzicht für 2009

Toll klingt das, geradezu unglaublich. Deutschlands große Unternehmen denken laut darüber nach, im kommenden Jahr niemandem betriebsbedingt zu kündigen – im Grunde ein erfreuliches Signal, das vom Gipfel ins Land gesendet wird.

Aber gerade weil das Ganze so überraschend kommt, ist Skepsis geboten. Grundsätzlich gehen mit Selbstverpflichtungen der Wirtschaft kaum gute Erfahrungen einher – erinnert sei hier nur an das von der Autoindustrie ausgerufene Ziel zur massiven Verringerung des Schadstoffausstoßes bis 2010, das meilenweit verfehlt wird.

Außerdem wird es aufs Kleingedruckte ankommen. Bisher ist außer Spesen im Kanzleramt noch nichts gewesen. Und wer die Tarif- und Personalpolitik vieler großer Unternehmen in den vergangenen Jahren verfolgt hat, muss erhebliche Zweifel daran haben, dass die Konzerne etwas absegnen, das ihren Erfolg gefährdet. Bevor betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden, gibt es ohnehin reichlich Möglichkeiten, Personal abzubauen – viele Leiharbeiter bekommen das derzeit zu spüren.

Eine andere beliebte Methode ist, frei werdende Stellen einfach nicht mehr zu besetzen. Es fliegt keiner raus, dafür rückt aber auch niemand nach. Das schafft weder Kaufkraft noch hebt es die vielbeschworene Stimmung im Land.