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13.05.2008

Halsband-Band

„Hallooo, liebe Pornofreunde . . .“ Diese Phrase genießt Kultstatus in der Jugendkultur. Ich benutze diese liebevolle Anrede gerne, um Menschen anzusprechen, doch sie stammt nicht von mir. Sie stammt auch nicht von Marcus Finger und Jürgen Kadel – doch diesen beiden hellen Köpfchen hat der Satz aus einem ollen Pornostreifen seinen legendären Ruf in der Neuzeit zu verdanken.

Finger+Kadel – oder noch kürzer: F&K – bilden ein DJ- und Produzenten-Gespann, dessen musikalisches Gut spätestens nach dem Ohrwurm „Die mit dem roten Halsband“ auch in der letzten Garage im abgelegensten Dorf angekommen ist. Die Bässe der House-Hymne wummerten Ende 2007 auf jeder Party. Diese Nummer schien jeden jungen Menschen anzusprechen. Ein jeder wurde zum Pornofreund. Dieses Liedes wegen.

Doch F&K sind mehr als ein Song. Man sollte das Duo nicht reduzieren zur Halsband-Band. Als Plattendreher haben sie mehr als 400 Auftritte in Europa und Asien auf dem Buckel, ihre Produktionen findet man auf mehr als 150 Mix-Alben. Und: Die beiden produzieren auch andere namhafte Künstler. Zum Beispiel: die Disco Boys. Das sind die, deren Lied Ihr Euch immer beim DJ wünscht, um mitzugrölen: „I came for you“.

Szeneapplaus. Lange Rede, kurzer Sinn: Finger+Kadel sind feine Typen mit feiner elektronischer Tanzmusik im Plattenkoffer. In der Nacht von Freitag auf Samstag spielen sie im Studentenclub „plus+“. Man sieht sich dort, liebe Pornofreunde.

Strandfreude zieht es dieser Tage wieder in Strömen an den „Plage d’Or“, den Goldstadtstrand. Am Pforzheimer Lindenplatz hat dieser seit Anfang Mai wieder geöffnet. Wenn die Sonne die Stadt verwöhnt, vergisst man dort den Alltagsstress. Auf einem Liegestuhl. Mit Cocktail in der Hand. In Gesellschaft schöner Menschen, knapp bekleidet. Und aus den Boxen schallt „Mit dir chillen“ von „Revolverheld“. Der Sommer kann kommen.

Szenewechsel. Darf Kunst alles? Wo ist die Grenze zwischen Provokation und Gewaltverherrlichung? Wie weit dürfen Musikvideos gehen? Diese Fragen gehören zu einer Debatte, die sich entzündet am Musikvideo zur Single „Stress“ des französischen Electro-Duos „Justice“. Im Video schlagen, treten, begrabschen, zerstören Jugendliche alles, was ihnen in den Weg kommt – mit selten gesehener Brutalität. Das Video gibt’s auf der Internetseite der PZ. Achtung, es ist nichts für zarte Gemüter, dafür aber Teil einer (jugend)kulturellen Diskussion, die es zu führen lohnt.