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Harter Drill für Katastrophenfall

Und dort, sagt Viktor Ilitschow ehrfürchtig, sitze dann der Minister. Er deutet auf das Kopfende eines Besprechungstischs und einen mächtigen Schreibtisch in der Ecke des Raumes. Wenn sich irgendwo zwischen Ural und Fernem Osten eine Katastrophe ereignet, ist dies die Kommandozentrale. Dann lässt sich Vier-Sterne-General und Ressortminister Sergei Schoigu hierher einfliegen, wo die Angara aus dem Baikalsee in Richtung des rund 60 Kilometer entfernten Irkutsk fließt. Am Ufer des Sees stehen nicht nur einige, vom Baustil deplatziert wirkenden Datschen der Reichen, sondern auch die Ausbildungsstätten für die Katastrophenschützer aus allen Republiken – und von kommendem Jahr an auch für Ausländer. Waldbrände, Havarien auf dem See, Abstürze im Gebirge, zerschellende Flugzeuge in der Taiga, Gasunfälle – wer hier ausgebildet wird in insgesamt 13 Fächern, gehört zur Elite der Rettungskräfte in Russland.

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Rund 400 Männer werden pro Jahr in drei Klassen durchgeschleust. Sie schießen mit 70 Sachen im Schnellboot über den See, seilen sich von Hubschraubern ab, klettern mit Gepäck die senkrechte Ausbildungswand hoch, zwängen sich durch einen künstlichen Kamin. „Nimm’ Deine Höhe“, steht als Motto am oberen Ende der Wand. Sie steigen in kiloschwere Taucherschuhe aus Stahl, lassen sich die antiquiert aussehenden Taucherglocken über den Kopf stülpen und schweißen unter Wasser in einem der Becken im Ausbildungs-Camp.

„Kein Problem“

Daneben stoßen sie ohne Sauerstoffgerät mit kräftigen Zügen und angehaltenem Atem in einem Stahlzylinder hinunter und holen aus neun Metern Wassertiefe Ausrüstung nach oben. „Das ist für die Männer kein Problem“, sagt Vize-Chef Ilitschow, selbst erfahrener Taucher, der an einer Schule sein Paradefach ehrenamtlich unterrichtet.

Täglich stehen zwei Stunden Sport – mindestens – auf dem Programm. Die Katastrophenschützer müssen körperlich topfit sein. In den aufgeblasenen riesigen Unterdruckhallen befinden sich Felder für Fußball, Volleyball und Basketball, Turngeräte - und Kraftmaschinen stehen herum, Schwimmer ziehen in einem 50-Meter-Becken ihre Bahnen. Deren Nationalmannschaft wird hier ebenso Station machen wie die Leichtathleten im Stadion der Technischen Universität. In Irkutsk, das in der gleichen Zeitzone liegt wie Peking, wollen sich die Sportler vor Olympia akklimatisieren.

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Schulserie: Moderne und zukunftsorientierte Bildung am THG. Seite 18

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