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12.11.2009

Hollandaustausch-Ausflug nach Amsterdam in das Anne Frank Haus

AMSTERDAM. Das Anne Frank Haus gibt es schon seit 1960. Jedes Jahr nehmen dort Hunderte Schulklassen an einem Bildungsprogramm teil, so auch wir im Namen des Comeniusprojektes der Fritz-Erler-Schule Pforzheim. Im Mittelpunkt der Bildungsarbeit des Anne Frank Hauses steht die Aufklärung über Vorurteile, Diskriminierung und Verstöße gegen die Menschenrechte, welche es heute auch noch gibt, ebenso wie die Vergangenheitsbewältigung.

Das Anne Frank Haus öffnet den Besuchern eine Tür, hinter der sich das pure Grauen abspielte. Die zum Teil originalen Möbel, Wände und Räume vermitteln Angst, Isolation aber auch große Gefühle. Dennoch geht das Leben in der Prinsengracht von Amsterdam und auch anderswo auf der Welt seinen gewohnten und vergesslichen Gang. Doch genau damit das nicht passiert, dass wir „vergessen" was damals im zweiten Weltkrieg geschah, hat ein junges Mädchen namens Anne Frank ihre Leidensgeschichte in einem Tagebuch aufgeschrieben. Das Tagebuch wurde in 65 Sprachen übersetzt.

Anne Frank wurde am 12 Juli 1929 in Deutschland als Tochter des jüdischen Ehepaars Frank geboren. Nur vier Jahre nach ihrer Geburt wanderte sie mit ihrer Familie in die Niederlande aus. Als 1940 die deutsche Wehrmacht die Niederlande besetzte begann für Familie Frank wie auch für viele andere jüdische Familien eine Zeit der Unterdrückung und der Verfolgung. Deshalb versteckte sich Anne Frank zusammen mit ihren Eltern und ihrer Schwester am 6 Juli 1942 im Haus an der Prinsengracht in Amsterdam vor der Wehrmacht.

Das Haus bestand aus zwei Gebäudeteilen, einem Vorder- und einem Hinterhaus. Jedoch konnte man das Hinterhaus von keiner einzigen Stelle des Vorderhauses sehen. Im Vorderhaus betrieb Annes Vater Otto seine Firma. Otto Frank hatte zwei Betriebe, einen der Geliermittel zur Herstellung von Marmelade fertigte und einen anderen, der Gewürzmischungen für Metzgereien herstellte. Die oberen Stockwerke des Hinterhauses dienten der Familie und später noch vier weiteren Personen als Versteck.

Das Leben auf so engem Raum war geprägt von strikten Regeln, die zum Schutz der Familie dienten. So durfte zum Beispiel die Toilette oder aber auch das Waschbecken nur sehr selten am Tag benutzt werden, denn die Wasserleitungen und Abflussrohre verliefen durch die Wand des Lagers, das sich im Vorderhaus befand und die Lagerarbeiter durften nicht wissen, dass sich im Hinterhaus acht Personen versteckt hielten.

Über einen schwenkbaren Schrank bekamen die Untergetauchten von Otto Franks Büroangestellten Bücher, Lebensmittel und Zeitungen. Anne Frank schrieb während dieser Zeit ein Tagebuch. Ihren Ansprechpartner in ihrem Tagebuch nannte sie Kitty. Ihr vertraute sie ihre Gedanken, Gefühle, Ängste aber auch Sehnsüchte an. Beim Lesen ihres Tagebuches wird schnell klar, dass wir es hier nicht mit einer „normalen" Dreizehnjährigen zu tun haben. Sie beschreibt das Leben im Versteck und die daraus resultierenden Konflikte sowie die tagespolitischen Ereignisse so herzergreifend und mitfühlend wie ihre eigenen Krisen. Die Berichte des Tagebuchs schwankten zwischen Selbstvertrauen, Zweifeln, Träumen und Alpträumen, doch letztendlich überwiegte die Zuversicht.

Doch am 4.August passierte etwas, womit keiner zu rechnen wagte – Familie Frank und die anderen vier Personen wurden verraten, ihr Versteck war aufgeflogen. Man weiß bis heute nicht, wer damals die Untergetauchten verraten hat. Im März 1945 starb Anne Frank im Konzentrationslager Bergen Belsen. Ihre Mutter, ihre Schwester und die anderen vier Untergetauchten starben ebenso in einem Konzentrationslagern. Einzig und allein ihr Vater Otto überlebte. Ihm haben wir es auch zu verdanken, dass wir heute das Tagebuch der Anne Frank in den Händen halten können, denn er veröffentlichte das Tagebuch seiner Tochter, nachdem er aus dem Konzentrationslager Auschwitz frei kam.

Anne Frank eine unvergessliche und heute berühmte Person die uns die Verbrechen der Nazis nie vergessen lässt. Sie ruft uns zu mehr Toleranz gegenüber anderen Lebensgewohnheiten und Glaubensauffassungen und natürlich ganz wichtig zu mehr Frieden auf.

Eveline Pfisterer