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15. Juli 2011
Sieht professionell aus – ist es aber nicht: Meine ersten Schlagversuche beim Taekwondo in der Sportschule Kwak.
Sieht professionell aus – ist es aber nicht: Meine ersten Schlagversuche beim Taekwondo in der Sportschule Kwak.

Im Anflug auf den Gegner: Frau-TV beim Taekwondo

Kniffe vom Taekwondo-Großmeister Kum-Sik Kwak.

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Nein, ich trage keinen weißen Schlafanzug in Größe XXL, auch wenn es ein bisschen danach aussieht. Es ist ein Taekwondo-Anzug. In der neuesten Folge von Frau-TV dreht sich alles um das Thema Selbstverteidigung. Schluss damit, nachts ängstlich und geduckt durch Pforzheims Innenstadt zu huschen – ich will endlich lernen, wie man sich in brenzligen Situationen als Frau richtig verhält.

Für Kyung-Jin Kwak, der gemeisam mit seinem Vater Kum-Sik Kwak die Sportschule Kwak betreibt, bin ich kein Einzelfall. Regelmäßig kommen Frauen zu ihm, um das richtige Verhalten in gefährlichen Situationen zu üben.

Muskeln sind nicht alles

Der 33-Jährige weiß, dass Muskeln nicht nötig sind, um sich bei einem Überfall wehren und wichtige Sekunden zur Flucht gewinnen zu können. Doch bevor ich die Tricks und Kniffe der Selbstverteidigung erlerne, darf ich zuerst beim Training der Profis zusehen. Ich staune nicht schlecht, als ich sehe wie Albert Heit, Schwarzgurtträger und ebenfalls Taekwondo-Trainer, zweimal durch die Luft wirbelt und anschließend mit dem Fuß noch auf eine Lederbratze eintritt. Bratze treffen, durch die Luft wirbeln – bei mir sieht das alles eher kläglich aus. Dafür klappt der Formenlauf, den man präsentieren muss, um Besitzer des gelben Gurtes zu werden, schon ganz gut. Trotzdem schiele ich ziemlich beeindruckt zu einem sechsjährigen Jungen neben mir. Die Bewegungsabläufe scheinen bei ihm in Fleisch und Blut übergegangen zu sein. Selbstbewusst fliegen seine kleinen Fäuste durch die Luft.

Schließlich bekomme ich von Taekwondo-Großmeister Kum-Sik Kwak einige Lektionen in Sachen Selbstverteidigung. Kwak ist Vizepräsident der Taekwondo-Union in Baden-Württemberg und ich bin beeindruckt von der enormen Körperbeherrschung und Schlagintensität des immerhin fast 65-Jährigen. Von Kwaks Sohn habe ich schon erfahren, dass es wichtig ist, sich zu trauen den Gegner richtig anzupacken und keine Furcht zu haben. Schon das stellt sich für mich im Training als kleines Problem dar, denn Kum-Sik Kwak hat mir Trainer Albert Heit gegenübergestellt. An ihm dürfe ich mich jetzt richtig austoben und ich überlege, ob der junge Mann mit der schlanken Statur meine Schläge wirklich einstecken kann. Meine Sorgen sind unberechtigt. Albert kann Schläge einstecken und ganz nebenbei kann er auch Schläge austeilen, wie ich wenig später am eigenen Leib erfahre.

Ein Schlag in die Weichteile

Kwak nimmt mir die ersten Hemmungen und macht mir vor, wie ich mich in den unterschiedlichsten Situationen verteidige. Wird Frau zum Beispiel am Handgelenk festgehalten, sollte sie mit ihrem Handballen möglichst fest auf den Unterarm des Gegners schlagen. Generell beim Festhalten gilt: Ein platzierter Schlag in die Weichteile wirkt Wunder. Augen sind übrigens nicht nur zum Flirten da. Im Notfall macht ein beherzter Griff ins Auge einen Angreifer handlungsunfähig. Das habe ich meinem Trainingspartner Albert Heit dann doch nicht zugemutet. Dafür zeigt er mir, wie es ist, wenn man mal so richtig aufs Kreuz gelegt wird. Auch einmal eine Erfahrung wert. Wer sich angemessen selbstverteidigen will, sollte zwei bis drei Monate fest am Ball bleiben, rät Kyung-Jin Kwak. Von Teilnehmerin Jasmin Hösel erfahre ich, dass der Sport nicht nur gut für das Selbstbewusstsein ist. Taekwondo hält unglaublich fit und strafft den Körper, verrät sie mir. Wenn das kein angenehmer Nebeneffekt ist.

Autor: Miriam Fuchs

16.07.2011

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Leserkommentare (4)

Mehr Kommentare
1
Martha Rosentreter | 16.07.2011 | 14:17

Liebe Frau Fuchs, gibt es eigentlich irgendeine Sache, bei der Sie keine gute Figur machen? Vielleicht liegt Ihnen das Kochen nicht so sehr oder Sie haben Defizite im Stricken, Häkeln ... Spaß beiseite, ich denke Kampfsportarten, wie hier dem Taekwon-Do, eignen sich hervorragend zur Verteidigung des weiblichen Geschlechts. Mit etwas Übung und vor allem einem martialischen Ruf kann fast jedem Angreifer ordentlich Paroli geboten werden. Es sei denn, der Angreifer selbst beherrscht dieselben ...... mehr...

2
Rollator2000 | 16.07.2011 | 14:21

Also diese in dem animierten Gif dargestellte Frau geht ja eher als Mann durch. Als Transvestit vllt. Die Realität sieht anders aus: Adipositas, Unbeweglichkeit, Angst. Das ist die Frau, wie man sie zum überwiegenden Teil auf der Straße antreffen kann. mehr...

3
Martha Rosentreter | 16.07.2011 | 14:27

Mag sein, daß es auch solche wie von Ihnen beschriebene Frauen gibt. Die brauchen sich dann aber auch keine Gedanken darüber zu machen, ob sie vergewaltigt oder unflätig angegangen werden.:rolleyes:... mehr...

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