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07.10.2008

Integration von Behinderten

Die Diskussion über den Umgang mit behinderten Mitmenschen ist in weiten Teilen unserer Gesellschaft von einem hohen Maß an Scheinheiligkeit geprägt. Jawohl, wird da argumentiert, es ist gut und richtig, Behinderte mit jedem finanziell nur denkbaren Aufwand zu versorgen. Nur persönlich, bitteschön, möchten viele mit Behinderten dann doch lieber nichts zu tun haben: zu aufwendig, zu unangenehm, persönlich zu nahe gehend erscheint der Umgang mit jenen Menschen, die durch ihr Handicap eben andere Bedürfnisse haben als Gesunde. Und mal ehrlich: Wieviel angenehmer lebt es sich doch im Umfeld der Leistungsfähigen?

Platz schaffen in der Gesellschaft

Unsere Gesellschaft muss sich allerdings im Klaren darüber sein, dass diese Haltung nicht zukunftsfähig sein kann. Die Zahl der behinderten Mitmenschen unter uns nimmt ständig zu. Ein ganz banaler Grund dafür ist der medizinische Fortschritt, der auch für Behinderte eine stetig steigende Lebenserwartung mit sich bringt. In diesem Zusammenhang gilt es nicht zu vergessen, dass auch jeder Gesunde sehr schnell mit einer eigenen schweren Behinderung konfrontiert werden kann: durch einen Unfall zum Beispiel, oder eine schwere Erkrankung.

All diesen Menschen muss es möglich sein, ihr Leben in der Mitte unserer Gesellschaft leben zu können. Dazu gehört, den eigenen Lebensunterhalt selbst verdienen zu können. Denn das garantiert ein hohes Maß an Selbstbestimmung. Wer dazu einen Beitrag leistet, ist ein Vorbild. Die Maßgabe des Enzkreises, gezielt schwer behinderte Mitarbeiter einzustellen, sei deshalb zur Nachahmung empfohlen. Dringend.