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04.05.2009

Interpretation des Drogen- und Suchtberichts

Nüchtern betrachtet bietet der Drogenbericht der Bundesregierung kaum belastbare Zahlen zum Komasaufen Jugendlicher. Der politischen Interpretation des Berichts tut das allerdings keinen Abbruch. Die Bundesdrogenbeauftragte, SPD-Frau Sabine Bätzing, lobt sich selbst und wirft den Unions-Ministerinnen von der Leyen und Aigner vor, weitere Maßnahmen aus Rücksicht auf die Industrie zu blockieren. Das riecht schwer nach Parteitaktik und Wahlkampf.

Dort gehört das Thema aber auf keinen Fall hin. Das verbietet sich schon mit Blick auf die 23 165 Minderjährigen, die laut Erhebung im Jahr 2007 mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten. Bei dieser Zahl gibt es keinen Interpretationsspielraum. Jeder Fall ist einer zu viel. Es gilt, ein Problem zu lösen, und zwar schnell – daran sollten sich die verantwortlichen Politiker, egal welcher Couleur, orientieren. Denn nur vom Reden geht die Zahl jugendlicher Komasäufer nicht zurück. Werden keine weiteren Schutzmaßnahmen ergriffen, wird das der nächste Bundesdrogenbericht im Mai 2010 beweisen. Spätestens dann wird der Aufschrei wieder groß sein und die Profilierungsmaschinerie von neuem anlaufen.