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13.03.2008

Islamischer Religionsunterricht an deutschen Schulen

Erstaunlich, welchen Wandel die CDU vollzogen hat. Noch vor wenigen Jahren wollte die Partei nicht einmal anerkennen, dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, das ohne Menschen ausländischer Herkunft überhaupt nicht mehr vorstellbar wäre. Nun schlägt ein CDU-Bundesinnenminister vor, an deutschen Schulen Islamunterricht anzubieten.

Es tut sich was

Der Kurswechsel kommt allerdings nicht von ungefähr. Massive Probleme, ausgelöst durch jahrzehntelanges Nichtstun, haben ihn erzwungen. Deutschland hat seine Einwanderer bis vor kurzem mehr oder weniger ignoriert und damit eine Entwicklung ermöglicht, die nur sehr langsam rückgängig zu machen ist. Millionen Migranten sind längst geprägt von einem Leben in der Parallelgesellschaft – mit allen fatalen Konsequenzen. Will der Staat jetzt ernsthaft gegenhalten, braucht er einen langen Atem.

Denn so gut etwa die Idee des islamischen Religionsunterrichts auch sein mag: Es ist wenig wahrscheinlich, dass sich Hunderttausende Muslime jetzt begeistert auf die Angebote stürzen, die ihnen gemacht werden. Das darf aber unter keinen Umständen dazu führen, dass die Bemühungen wieder eingestellt werden. Der lange Weg zur gelungenen Integration hat gerade erst begonnen. Eines ist aber auch klar: Ohne den Willen der Einwanderer ist er nicht zu schaffen.